Arbeitskreis Dorfgeschichte Wehrbleck auf Spurensuche in der Historie des Ortes

Wo ist die Fahne?

+
Die Herren Langhorst, Dammeyer, Schmidt und Stegmann (v.l.).

Wehrbleck - Die vier Männer sind echte Kämpfer, waren im Krieg, deshalb auch sind sie Mitglied im Kriegerverein geworden, der 1905 in Wehr-bleck gegründet wurde. Als das Foto von ihnen, einträchtig nebeneinander sitzend, aufgenommen wird, sind alle 80 Jahre und älter. Die Geschichte hinter dem Foto ist das, was Markus Kellermann heute interessiert.

Der junge Wehrblecker ist eine der treibenden Kräfte im Arbeitskreis Dorfgeschichte – und derzeit mit den Feinarbeiten rund um die Erstellung der zweiten Wehrblecker Chronik beschäftigt. Band eins kam zur 700-Jahr-Feier vor 25 Jahren heraus. Band zwei soll sich mit den Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts intensiver beschäftigen. Das historische Foto von Heinrich Langhorst (85), Heinrich Dammeyer (83), Wilhelm Schmidt (83) und Heinrich Stegmann (80) erinnert an einen Verein, den es heute in Wehrbleck nicht mehr gibt. Man weiß von der Fahnenweihe 1910 und, dass es 1939 ein letztes Kriegerfest gegeben hat – aber so richtig ergiebig sind die Unterlagen zum Verein nicht. Neben dem Foto mit den einstigen vier Wehrblecker Kriegern existiert allerdings noch eines: in Farbe, aus dem Jahr 1988 – es zeigt die Fahne. Hier ist die Frage: Wo ist das Foto aufgenommen worden? Noch dringender erhoffen sich die Heimatpfleger allerdings eine Antwort auf die Frage, wo die Fahne heute ist. Mancher Tipp führte bereits auf Dachböden, die „gleich zweimal auf links gedreht wurden“, wie Kellermann berichtet – immer jedoch ohne die Fahne gefunden zu haben.

Es ist allerdings auch nicht so, dass es dem Arbeitskreis „Chronik“ an Themen für das Buch mangelt. Im Gegenteil. Derzeit sortiert Kellermann das zusammengetragene Material. Das Buch soll um die 250 Seiten im DINA4 Format haben. Und im September, zur Feier des 725-jährigen Jubiläums, fertig sein. Zeitzeugen befragen, Archive durchforsten: Christa Nordmann ist dazu in Wehr-bleck unterwegs, Thea Rohlfs kümmert sich um die Haushalte in Strange, Werner Böckelmann betreut das „home office“ als versierter PC- und Internetkorrespondent und übersetzt Feldpostkarten, Markus Kellermann ist häufig in hiesigen Archiven anzutreffen, recherchiert die Geschichten hinter eingereichten Fotos. Gezielt werden auch Personen angesprochen. So wird im Buch zum Beispiel zu lesen sein, wie Rolf Wiegmann, heute wohnhaft in Ebergötzen, seine Kindheit erinnert – die Familie hatte einst einen Kaufmannsladen am Ort. „Alte Fotos machen deutlich, wie sehr sich das Ortsbild geändert hat, wieviele Häuser abgerissen wurden und wie die Dorfstraße ursprünglich einmal ausgesehen hat“, verrät Kellermann aus dem Inhalt.

Für das Jubiläumsfest wird neben der Chronik auch eine Ausstellung vorbereitet. Vielleicht auch mit Informationen zu einem weiteren Verein, der einst in Wehrbleck existierte, aber von dem keine Unterlagen mehr existieren: dem „Hannoverschen Verein“. Markus Kellermann hat zwei Anzeigen entdeckt, die ein Sommerfest und ein Jubiläum in den 1930-er Jahren ankündigen. Mehr allerdings ist nicht bekannt. Noch nicht. Die Heimatpfleger freuen sich über Hinweise.

sis

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Ein Toter und 15 Verletzte nach Explosion in Wohnblock

Ein Toter und 15 Verletzte nach Explosion in Wohnblock

Selbstversuch: Reporterin fällt ihre erste Buche

Selbstversuch: Reporterin fällt ihre erste Buche

Verabschiedung des Verdener Redaktionsleiters Volkmar Koy in den Ruhestand

Verabschiedung des Verdener Redaktionsleiters Volkmar Koy in den Ruhestand

Wie werde ich Reifenmechaniker/in?

Wie werde ich Reifenmechaniker/in?

Meistgelesene Artikel

10.000-Euro-Spende aus Bassum: Auf Bericht folgt Shitstorm 2.0

10.000-Euro-Spende aus Bassum: Auf Bericht folgt Shitstorm 2.0

Oberarzt Mike Kawooya aus Diepholz hilft in Uganda

Oberarzt Mike Kawooya aus Diepholz hilft in Uganda

Wagenfelder Motive auf Einkaufsbeuteln

Wagenfelder Motive auf Einkaufsbeuteln

Allos Hof-Manufaktur: Zwei Millionen Euro in Standort Drebber investiert

Allos Hof-Manufaktur: Zwei Millionen Euro in Standort Drebber investiert

Kommentare