Arbeiten zur Ortsumgehung Barenburg könnten sofort starten / Risse in Häusern

Wann kommen die Gelder?

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André Meyer, Heinrich Kammacher und Uwe Henke (v.l.) vor einem Riss im Flur.

Barenburg - Uwe Henke ist vielseitig interessiert, dass ihm vor Langeweile die sprichwörtliche „Decke auf den Kopf“ fallen würde, kommt nicht in Betracht. Wohl aber, dass ihm die echte Zimmerdecke darnieder kracht. Oder das Haus auseinander bricht. Das klingt nicht nur dramatisch, ist es auch. Leider.

Wie berichtet, ist der Bau der Ortsumgehung Barenburg soweit vorbereitet, dass sofort mit den Bauarbeiten begonnen werden könnte – wenn nicht die bereits zusagten Haushaltsmittel während anhängiger (und mittlerweile beendeter) Klagen gegen die Baupläne anderweitig genutzt worden wären und seitens des zuständigen Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur keine neuen Zusagen zu bekommen wären.

Der Flächennutzungsplan (60000 Euro) ist erstellt, der Dorferneuerungsplan (26000 Euro) erarbeitet, Flächen wurden bereitgestellt und erworben, Ausgleichszahlungen vorgenommen (80000 Euro). Samtgemeinde und Gemeinde haben erklärt, die Kosten der neuen Kreisstraße als Anbindung zur Ortsumgehung zu übernehmen (100000 Euro, obwohl der Landkreis Diepholz hier Baulastträger ist), rund 20 Hektar Fläche (Wert: 500000 Euro) wurden für die Flurbereinigung zur Verfügung gestellt. Beträge, die sich auf fast 800000 Euro summieren – nicht eingerechnet die Ausgaben der Anlieger wie Uwe Henke, die kontinuierlich seit Jahrzehnten Unsummen in die Häuser stecken, um sie immer wieder zu sanieren. Nicht eingerechnet auch die Kosten, die jährlich anfallen, den ständig kaputten Abschnitt der Bundesstraße 61, der durch Barenburg führt, zu flicken. Der Flickenteppich vor seinem Haus mutiere bei Regenfällen zum Springbrunnen, erklärt Uwe Henke: Wasser dringe unter den Kaltasphalt, der für die Reparaturarbeiten genutzt wird, fahre einer der täglich etwa 400 Lkw drüber, spritze das Wasser hoch. Das sei an allen Reparaturstellen im Ortskern zu beobachten. Henkes Haus steht nur gut einen Meter von der B 61 entfernt.

Die Erschütterung des konstant hohen Verkehrsflusses, insbesondere der vielen Lkw, hat das Gebäude geschädigt. Mit einer Wasserwaage zeigt Henke auf, dass sich der vordere Teil des Hauses in Richtung Straße absenkt, die Risse in allen Wänden sind stumme Zeugen. Henkes kräftige Hand kann fast ganz in einem Vorsprung verschwinden. Die Deckenverkleidung im Bad, ursprünglich ordentlich mit der Wand verbunden, trennt sich ab, aus dem Zwischenraum rieselt es herunter. Einblick in die Küche gewährt nicht nur die geöffnete Tür, sondern auch ein Spalt, der zeigt, wie „sauber“ sich die vor Jahrzehnten fest gemauerten Steine (und die darüber liegende Tapete) trennen. „Es knackt und knallt, auch nachts, wenn die Risse sich auftun“, zitieren Bürgermeister André Meyer und Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher etliche Anwohner entlang der B 61. Alle sind kontinuierlich mit Ausbesserungsmaßnahmen beschäftigt.

Meyer: „Noch ist die Gemeinde in der Dorferneuerung. Aber was nützt die Urkunde, wenn wir keine Maßnahmen im Ortskern realisieren können?“ Ohne Ortsumgehung möge niemand investieren. Man arbeite in der Kommune alle Punkte ordnungsgemäß ab – einzig die Ortsumgehung fehle, um Dorfleben in der Fleckensmitte auf zukunftssichere Füße zu stellen, erklärt Meyer. Notwendig dafür: Die Bundesmittel, sieben Millionen Euro für 3,3 Kilometer Bundesstraße.

sis

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