Komplette Rodung statt freier Zufahrt

Wegen Altlasten: Ärger um „Kahlschlag“ am Hollenberg

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Wie geht es jetzt weiter? Ortstermin an der gerodeten Fläche.

Christoph Kosten gehört eine Fläche mit Baumbestand an der B61. Weil das Gebiet mit Erde bedeckt werden soll, mussten einige Bäume weichen. Doch nun sind alle Bäume fort.

Kirchdorf/Sulingen - In Gänze abgeholzt wurde der Baumbestand, der bis vor wenigen Wochen das Areal an der Bundesstraße 61 zwischen Barenburg und Kirchdorf am „Hollenberg“ bedeckte, in dessen Boden sich Müll befindet, den die Stadt Sulingen hier zwischen 1964 und 1975 gelagert hat. Sehr zum Ärger von Christoph Kosten, dem die Fläche gehört: „Von einer kompletten Rodung war nie die Rede.“ Er hatte daraufhin das mit dem Landkreis Diepholz abgesprochene Vorhaben gestoppt, mit dem die Stadt Sulingen die Schwafördener Firma Koldewei beauftragt hatte.

Um Lunken über den Altlasten (unter anderem Sperrmüll, Industrieabfälle und Bauschutt) zu beseitigen, auf die Kosten hingewiesen hatte, sah der Plan vor, den Deponiebereich mit Bodenaushub zu bedecken - laut Wilhelm Koldewei vom Straßen- und Tiefbauunternehmen 2000 Kubikmeter. Um das Material zum Einsatzort transportierten zu können, sollten Bäume gefällt werden.

Wie und warum daraus ein „Kahlschlag“ wurde, wer mit wem was abgesprochen hat, darüber wurde am Mittwochnachmittag bei einem Ortstermin mit Vertretern der Stadt, des Landkreises Diepholz und der Samtgemeinde Kirchdorf diskutiert. Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb räumte gegenüber Christoph Kosten ein: „Dass sie im Detail besser hätten informiert werden können, ist klar.“ Kosten sieht sich nicht nur durch den Wegfall des grünen Puffers zur Bundesstraße hin geschädigt, sondern auch dadurch, dass er die Baumstämme, so wie sie jetzt geschichtet wurden, nur unter erheblichem Aufwand zum Sägewerk transportieren könnte. Hier signalisierte der Bürgermeister finanzielles Entgegenkommen seitens der Stadt Sulingen. Beide Parteien wollen dies schriftlich fixieren.

Gutachten in Auftrag gegeben

Hauptanlass des Treffens war, das weitere Vorgehen zu besprechen - etwa, ob das Deponieareal aus Sicherheitsgründen eingezäunt werden muss. Und ob, da die Bäume nun weg sind, eventuell Geo-Vlies eingebracht werden soll, um die Altlasten abzudecken. Eine Möglichkeit, über die man laut Dirk Rauschkolb bereits in den 90er Jahren gesprochen habe - eine Kostenschätzung habe sich damals auf 400.000 DM belaufen. 

Der Landkreis hat jetzt die Firma IFAH (Institut für angewandte Hydrologie) mit einem Gutachten beauftragt, das Klarheit über die Möglichkeiten und die zu erwartenden Kosten bringen soll. Und das bereits Anfang März, kündigte Erich Ritschl vom Team Abfall- und Bodenschutz des Fachdienstes Umwelt und Straße beim Landkreis Diepholz vor Ort an. Tatsächlich nahmen bereits während des Treffens zwei Mitarbeiter der Firma IFAH das Gelände in Augenschein.

Das Gutachten will man nun abwarten, bevor weitere Schritte abgestimmt werden: „Ich erwarte vom Landkreis minutiöse Beratung, was wir zu tun haben“, betonte Dirk Rauschkolb.

Ob die kostenaufwendige Geo-Vlies-Variante infrage kommt, habe der Stadtrat zu entscheiden. 

ab

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