Alte Schlosserei in Freistatt bietet ideales Übungsgelände für Atemschutzgeräteträger aus der Samtgemeinde Kirchdorf

Fast blind ein verwinkeltes Geisterhaus ertasten

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Die Atemschutzgeräteträger ertasten sich kriechend den Weg.

Freistatt - Auf allen Vieren oder im sogenannten Seitenkriechgang – der verhindert, dass man erst durch einen Sturz auf ein Loch im Boden aufmerksam wird – bewegen sich die Atemschutzgeräteträger am Donnerstagabend langsam durch das finstere „Geisterhaus“, ertasten sich ihren Weg. Rauch wird nicht per Nebelmaschine, sondern mit Sichtbehinderungsfolien auf den Helmvisieren simuliert.

Das macht es auch nicht einfacher: Fast hat man den Eindruck, dass die leer stehende alte Schlosserei/Schlachterei in Freistatt, die von den Von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel für die Atemschutzübung der Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Kirchdorf zur Verfügung gestellt wird, extra für diesen Zweck gebaut wurde. Das Gebäude ist weitläufig und sehr verwinkelt, und es dauert, bis die schwer bepackten Feuerwehrleute (Atemschutzgeräte, Schutzkleidung und Ausrüstung summieren sich auf rund 30 Kilo) in den Keller vorgedrungen sind. Eine Blechdose gilt es dort zu finden und damit zurück ins Freie zu kriechen.

Die Übung, die auch für den jährlich erforderlichen Leistungsnachweis der Atemschutzgeräteträger genutzt werden kann, wird stets von zwei Ortsfeuerwehren aus der Samtgemeinde gemeinsam am letzten Donnerstag im Oktober ausgerichtet. Diesmal hat Wehrblecks Ortsbrandmeister Michael Fangmann sie mit seinem Freistätter Amtskollegen Gero Enders geplant. 50 Feuerwehrkameraden sind beteiligt, davon 30 Atemschutzgeräteträger. Die tragen auch im zweiten Teil des Programms ihre Ausrüstung, dürfen die Atemmasken aber abnehmen – die Gebäudeerkundung hat „ausreichend geschlaucht“. Es geht an mehreren Stationen um die Handhabung der noch relativ neuen Hohlstrahlrohre. Die lassen sich – ohne Unterbrechung der Wasserabgabe – zwischen Sprühstrahl, Vollstrahl und Mannschutzbrause umstellen. „Bei einer möglichen Rauchgasentzündung in einem Gebäude kann man damit sofort einen Wasserschild erzeugen, um sich vor den Flammen zu schützen“, erläutert Feuerwehrpressesprecher Nils Enders. Das wird von den Atemschutzgeräteträgern auch erprobt, im Seitenkriechgang, mit einem Kameraden im Rücken, der Halt gibt. Wegen des Rückstoßes: Der Druck, mit dem das Wasser in die Luft gejagt wird, ist beeindruckend – erst Sekunden später fällt leichter Sprühregen.

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