Wolle, Therapie, Landschaftspflege

Alpakas bescheren Ehepaar Ihlo in Bahrenborstel viel Freude

Muttertier und Fohlen: Sieben Alpakas halten Corina und Heinrich Ihlo aktuell auf ihrem Hof in Bahrenborstel.
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Muttertier und Fohlen: Sieben Alpakas halten Corina und Heinrich Ihlo aktuell auf ihrem Hof in Bahrenborstel.

Bahrenborstel – „Es ist immer wieder eine Wundertüte, was am Schluss herauskommt. Schwarz und Schwarz ergibt nicht unbedingt auch Schwarz“, sagt Corina Ihlo über ihre kleine Alpaka-Herde auf dem Hof „Landlust“ in Bahrenborstel bei Kirchdorf. Drei von ihren sieben Tieren wurden jetzt gedeckt. Die „Cria“, so nennt man die Alpakafohlen, würden in etwa zehn Monaten das Licht der Welt erblicken – und dann sei die Herde komplett.

Corina und Heinrich Ihlo haben seit 2018 Alpakas auf ihrem Hof: „Wir hatten keine leichte Zeit und wollten mal an uns denken. Einfach runterkommen, außerdem werden wir ja alle älter – da haben wir ein Hobby gesucht und mit den Alpakas eines gefunden.“ Mehr als ein Hobby solle es aber nicht werden.

Zunächst hätten sie Schafe gehalten, dann Ziegen. Aber das „war beides nix“. Schließlich habe sich Heinrich Ihlo mit der Alpaka-Zucht beschäftigt. Seine Frau sei zunächst skeptisch gewesen, und dann „sind wir einfach losgefahren“. Jetzt sei sie begeistert.

Die Harmonie in der Herde liege den Ihlos besonders am Herzen. Natürlich, „weil es den Tieren dann grundsätzlich besser geht – aber auch, um den Einsatz der Alpakas für die Therapie von beispielsweise Demenz-Kranken oder hyperaktiven Kindern zu ermöglichen.“ Ein ruhiges und freundliches Wesen hätten ihre Tiere. Einmal hätten die Ihlos bisher das Herdenleittier verkaufen müssen, weil es zu viel Unruhe in die Herde gebracht habe – aber das sei eine Ausnahme gewesen.

In Peru und Chile, den Herkunftsländern der Alpakas, die der Familie der Kamele zugeordnet werden, würden sie „restlos aufgebraucht“: Ihre Wolle und ihr Fleisch werden vermarktet.

Die Ihlos hätten das Fleisch noch nicht probiert, „und daran haben wir auch kein Interesse.“ Die Wölfe, die sich wieder ansiedeln, schon, erläutert Heinrich Ihlo. Daher trafen er und seine Frau die Entscheidung, die Alpakas nachts im Paddock – einem Gatter mit großem Stall – zu halten. Der Zaun müsse auf über zwei Meter Höhe ausgebaut werden, denn „wenn die Wölfe hier reinkommen, dann lassen die nichts am Leben.“

Haben sich 2018 der Alpaka-Zucht verschrieben: Corina und Heinrich Ihlo aus Bahrenborstel.

Geschoren werden die Tiere jährlich im Mai, vor der großen Sommerhitze, das sei sogar vorgeschrieben. Vor allem für die Vitamin-D-Versorgung benötigen die Alpakas die Sonnenstrahlen auf der Haut. Und die flauschige thermoregulierende Wolle wird dann direkt verwertet: „Wir geben die Wolle an eine Bettenmanufaktur, wo sie sortiert und gereinigt wird. Dann bekommen wir die mit rund 1 200 Gramm sehr leichten Wolldecken für das Bett zum Verkauf zurück.“

Außerdem seien die Tiere ausgezeichnete „Helfer“ in der Landschaftspflege. Man könne sie fast schon mit einem Rasenmäher vergleichen, denn sie würden das Gras beim Fressen akkurat „abschneiden“. Aber die Birnen, Zwetschen und Mirabellen, die auf der Obstwiese gedeihen, müsse man im Sommer einsammeln – die Alpakas würden nämlich keinen Zucker vertragen und seien „quasi Diabetiker“.

Derzeit würden coronabedingt nicht sehr viele Gäste die Alpakas in Bahrenborstel besuchen. Regelmäßig kämen die Senioren aus der Tagespflege vorbei, auch der eine oder andere Café-Gast gehe nach dem Klönschnack „eben rüber“ und freue sich über die Tiere. „Wir halten nicht an jeder Stelle die Hand auf. Es macht uns einfach sehr viel Freude“, erklärt Heinrich Ihlo, und fügt mit Begeisterung über die Tiere hinzu: „Der liebe Gott ist ein großer Künstler.“

Von unserer Praktikantin Johanna Sanders

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