Aktion der RWE: Bahrenborsteler „Dorfkids“ verwandeln Ortsnetzstation an der Holzhauser Straße in ein Kunstwerk

Kleine Graffiti-Sprayer schlagen zu

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Ein Trafohäuschen als Riesenmalbuch: Die Umrisse von Himmel, Gras, Sonnenblumen, Biogasanlagen und Co. hatte Profisprayerin Cherelle Gossan schon mal vorgegeben.

Bahrenborstel - Eines der Mädchen hat eine klasse Idee: „Mal doch mal Berge im Hintergrund!“ Da muss Objekt- und Fassadengestalterin Cherelle Gossan von der Firma „Lackaffen.de“ aus Münster leider passen: „Da kommt drauf, was es hier in der Umgebung gibt: Gras, Sonnenblumen, Biogasanlagen, eine Windkraftanlage... Okay, vielleicht bauen wir einen Hügel ein.“ Sieben der „Dorfkids“ aus Bahrenborstel und Holzhausen macht sie am Dienstagnachmittag zu Graffiti-Sprayern, Zielobjekt ist die Ortsnetzstation der RWE an der Holzhauser Straße. Ärger mit dem Stromversorger wird die Kunst-Attacke nicht verursachen, im Gegenteil, die RWE finanziert den Spaß.

Ein Architekturpreis ist mit dem tristen Klotz, in dem ein Trafo den mit 10000 Volt ankommenden Strom auf eine für die Hausanschlüsse verdauliche Spannung bringt, nicht zu gewinnen: „Bürgermeister Heinz Albers hat uns gefragt, ob wir uns vorstellen können, das Häuschen ein bisschen zu verschönern, das haben sich auch die Nachbarn gewünscht“, weiß Thomas Wirp, Kommunalbetreuer der RWE. Schon einige dieser Zweckbauten in der Region hat das Unternehmen – gerne als Aktion mit Kindern aus der jeweiligen Gemeinde – durch „Lackaffen.de“ in Hingucker verwandeln lassen, „jedes Jahr ein paar. Das Motiv muss passen, am Dümmersee waren es zum Beispiel Segelboote. Es ist nicht viel teurer, als die Stationen weiß streichen zu lassen. Das Schöne: Wenn etwas draufgesprüht ist, geht da kein anderer Sprayer mehr ran, die haben ihren Ehrenkodex.“

Cherelle Gossan hat die Dorfkids mit Mundschutz und Handschuhen ausstaffiert und denen, die keine alten Klamotten zum überziehen dabei haben, flugs Ponchos aus Müllsäcken geschneidert. Die Kinder sehen jetzt aus wie ein OP-Team – die Farbsprühdosen kräftig schütteln, und schon beginnt die Operation. Die Umrisse von Himmel, Gras, Sonnenblumen und Co. hat die Profisprayerin vorgegeben, das Trafohäuschen ist jetzt ein Riesenmalbuch, auf dem Kinder sich austoben können. Was für Ungeübte schnell auf den Zeigefinger geht: „Macht Pause, wenn die Finger weh tun, bewegt sie.“ Die Kinder bekommen später Leinwände, auf denen sie ein Graffiti nach Lust und Laune für ihr Zuhause sprühen können. Während Cherelle Gossan das „Finish“ in Angriff nimmt. „Wenn man das gemeinsam mit Kindern macht, dauert es fünf bis sechs Stunden“, weiß sie aus Erfahrung. Es ist für Cherelle Gossan die zweite Ortsnetzstation des Tages, „ich bezweifle, dass diese heute fertig wird... Schauen wir mal.“

ab

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