1986 von Heinrich Dove gebaute Pionier-Windkraftanlage verschwindet

Lücke in Barenburgs Skyline

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Der Aufbau von DOBA 4 hatte 1986 fast Volksfestcharakter.

Barenburg - Irgendwas fehlt hier – dieses Gefühl könnte diejenigen beschleichen, die öfter auf der B61 durch Barenburg fahren: „DOBA 4“, die wohl älteste Windkraftanlage im Landkreis Diepholz, die Heinrich Dove entwickelt, gebaut und 1986 auf seinem Hof im Ortsteil Munterburg errichtet hat, ist aus der Skyline verschwunden.

Die Anlage bekam später kleinere Kunststoff-Rotorblätter.

Die Anlage wurde am Dienstag abgebaut, zerlegt und abtransportiert – in Richtung Schrottplatz. „Sie stand still, seit mein Vater vor gut zehn Jahren gestorben ist“, berichtet Reiner Dove, Sohn des Windkraftpioniers, „denn ich habe keine Ahnung von der Technik und auch Fachleute konnten nicht weiterhelfen.“ Schließlich war DOBA 4 (für Dove, Barenburg und weil es die vierte von Heinrich Dove konstruierte Anlage war) ein Unikat: 22 Meter Nabenhöhe, eine Nennleistung von 70 Kilowatt, ein Aufzug im Turm und eine ausgesprochen geräumige Gondel. Sogar die Metallflügel, mit Absteifungen stabilisiert und einem Rotordurchmesser von 20 Metern, waren selbst angefertigt. Später wurden sie durch kleinere Exemplare aus glasfaserverstärktem Kunststoff ersetzt. „Mein Vater war gelernter Landwirt, aber er hatte sich schon immer mehr für Maschinen und Technik interessiert.“ Und das mit großer Kreativität: Reiner Dove konnte als Kind seine Freunde in ein eigenes „Hallenbad“ einladen, in das sein Vater einen alten Bus verwandelt hatte.

70 Kilowatt Nennleistung, „aber tatsächlich geschafft hat die Anlage 25“, weiß Hartmut Wagner. Seine 200-Kilowatt-Windkraftanlage auf dem Dillenberg in Klein Lessen war 1989 die erste große kommerzielle Anlage in Niedersachsen, sie wurde im Juni dieses Jahres abgebaut (wir berichteten). „Windräder, die heute gebaut werden, haben eine Nennleistung von 800 bis 2000 Kilowatt.“ Wagner war 1986 einer der zahlreichen Zuschauer beim Aufstellen von DOBA 4, für das neben einem großen Kran zwei Traktoren und ein Mähdrescher zum Einsatz kamen. Das hat auch Heinrich Kammacher miterlebt, der Bürgermeister der Samtgemeinde Kirchdorf wohnt gleich gegenüber auf der anderen Seite der B61: „Ich war doch ein bisschen geschockt, als die Anlage plötzlich abgebaut war. Sozusagen ein Wahrzeichen von Munterburg, eigentlich schon fast ein Industriedenkmal.“

Sich von dem zu trennen macht auch Reiner Dove ein bisschen wehmütig, räumt er ein. „Aber irgendwann hätte sie ohnehin abgerissen werden müssen, und das wäre teuer geworden.“ Also nutzte er die Chance, die ihm ein Investor aus Barnstorf bot: Der sorgte für den Rückbau und wird nun an anderer Stelle im Rahmen eine Repowering-Projektes eine größere Windkraftanlage bauen.

ab

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