Friedrike Windeler: 100. Geburtstag

Kindheit im Ersten Weltkrieg

Diepholz - BARNSTORF/MÄKEL (bau) · Fragt man Lukas und Nico, wie alt sie einmal werden möchten, dann bekommt man zur Antwort: „Hundert!“ Ihre herzensgute Uroma, Friederike Windeler aus Mäkel, bei der sie gern spielen, konnte am Wochenende diesen hohen Geburtstag begehen.

Die Familie, Freunde und Nachbarn waren bei „Niedermeyer“ im Gasthof „Zum goldenen Stern“ in Cornau zur Feier eingeladen. Auch der Barnstorfer Bürgermeister Peter Luther und der stellvertretende Landrat Henning Jürgens ließen es sich nicht nehmen, persönlich zu erscheinen und die herzlichsten Glückwünsche zu überbringen.

„So was Besonderes bin ich doch gar nicht“, meint Friederike Windeler bescheiden.

Friederikes Kindheit wurde vom Ersten Weltkrieg geprägt. 1909 im Barnstorfer Maschweg als erstes Kind der Familie Windeler geboren, wuchs sie dort zusammen mit ihrem jüngeren Bruder auf. Nach ihrer Schulzeit lernt sie auf einem Lehrhof in Syke in der Landwirtschaft und heiratete 1934 ihren Mann Ludwig, der den gleichen Nachnamen – Windeler - trug.

1935 bekamen sie eine Pachtstelle in Mäkel und fanden dort ihr neues Zuhause. Ihre Töchter Renate und Ilse wurden während und kurz nach dem zweiten Weltkrieg geboren. Friederike Windelers Mann kam 1945 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück. Den elfjährigen Sohn, der durch ein tragisches Unglück wenige Wochen zuvor ums Leben gekommen war, konnte er nicht mehr wiedersehen.

Die Jahre des Krieges und die ersten Nachkriegsjahre waren für alle nicht leicht. Konnte die Landwirtschaft die schlimmste Not – den Hunger – verhindern, so fehlte es doch an vielem.

1958 endlich waren die schlimmsten Jahre überwunden. Die Familie konnte ein kleines, hübsches Haus in Mäkel bauen.

Es waren wohl ihre glücklichsten Jahre, bis 1973 ihr Mann Ludwig starb. Friederike Windeler bekam viel Unterstützung durch ihren Schwiegersohn, ihre Töchter, durch die Nachbarn und Freunde. Allein hätte sie Landwirtschaft, Viehhaltung und Haus schwer stemmen können.

1986 wurde die Landwirtschaft und Viehhaltung endgültig aufgegeben. Die heute 100-Jährige fand eine Passion für die freie Zeit, die ihr jetzt ganz neu zur Verfügung stand: Handarbeiten! Fein bestickte Decken und ungezählte Filetdeckchen entstanden. Fahrten mit der Feuerwehr und der Kirchengemeinde bereiteten ihr Freude und sie genoss diese freie Zeit.

Auf Familienzusammenhalt und gute Nachbarschaft wurde und wird bei Windelers immer großer Wert gelegt. Friederike Windeler ist bei guter Gesundheit, freut sich an ihren beiden Enkeltöchtern und den zwei Urenkeln. Sie kann auf die Unterstützung ihrer beiden Töchter zählen. Die Nachbarn schauen gern rein. Wenn Hilfe gebraucht wird, sind alle füreinander da.

Der 100. Geburtstag von Friederike Windeler war nicht nur ein besonders freudiger Tag für die Familie, sondern auch für alle Mäkeler Nachbarn und Freunde.

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