Marita Tiedemann fährt die Weihnachtspost ins südliche Stuhr / Eine von 18 Zustellerinnen

58 Kilometer durch Bezirk 84

Marita Tiedemann, Zustellerin der Post am Standort Brinkum, macht sich mit ihrem voll gepackten Auto auf den Weg zu ihren Kunden. Besonders viele Briefe und Pakete werden in diesen Tagen den Empfängern zugestellt.

Stuhr - BRINKUM (rjy) · Etwa 1 000 Briefe hat Marita Tiedemann seit 6.30 Uhr an ihrem Sortiertisch in die schmalen Fächer gelegt, um sie nach ihrer „Gangfolge“ zu ordnen. Viele Menschen verbinden das Weihnachtsfest mit guten Wünschen, die sie Freunden und Verwandten durch Dienstleister ins Haus bringen lassen. In den Tagen vor Weihnachten hat sich daher das Briefvolumen bei der Post mehr als verdoppelt.

Marita Tiedemann ist eine von 18 Briefzustellern, die im hinteren Bereich des Brinkumer Postamtes arbeiten, unsichtbar für Schalterkunden. Bereits seit 37 Jahren gehört sie zum Team der gelben Post.

Alle Sendungen erhält das Amt Brinkum für seinen Zuständigkeitsbereich vom Briefzentrum Bremen. Auch die Pakete kommen aus Bremen. In Brinkum sortieren sich dann die Zusteller „ihre“ Briefe so, dass die Reihenfolge der Sendungen ihrer Marschroute, der Gangfolge, entspricht. Marita Tiedemann geht auf Verbundtour. Das bedeutet, dass sie sowohl Briefe, als auch Pakete ausliefert.

Die Stückzahlen der Pakete steigen vor den Festtagen bis auf das Dreifache des normalen Niveaus an. „Jetzt vor Weihnachten sind sogar Zusatzfahrzeuge im Einsatz, die die Paketfahrer unterstützen. Es fallen in diesem Jahr etwa 20 Prozent mehr Lieferungen an als noch 2009. Allein am Sonntag haben wir mit 15 Fahrzeugen drei Stunden lang rund 2 000 Pakete ausgeliefert, damit kein Paketstau entsteht“, sagt Tiedemann.

Besonnen und routiniert geht es am frühen Morgen im Brinkumer Postamt zu, aber für einen längeren Plausch ist keine Zeit. Alle Postsendungen müssen noch im gelben VW Caddy von Marita Tiedemann verstaut werden.

Sie ist für den Zustellbezirk 84 zuständig. Das bedeutet eine lange Tour: Etwa 58 Kilometer muss sie als sogenannte Landfahrerin mit dem Auto durch Schnee und Eis zurücklegen bis die Post des Tages verteilt ist. Ihr Weg führt sie dabei über Heiligenrode, nach Bürstel, Siek und Eggese. „Kurz vor Harpstedt höre ich dann auf“, umreißt Marita Tiedemann ihren Bezirk. Dort, wo sonst im Fahrzeug ein Beifahrersitz montiert ist, hat die erfahrene Zustellerin die auszuliefernden Briefe in Blick- und Griffweite aufgereiht. Unterwegs im ländlichen Bereich zählen auch die Annahme von Postsachen und der Verkauf von Briefmarken zu ihren Aufgaben. Frühestens gegen 15.30 Uhr wird sie wieder in Brinkum zurückerwartet.

„Besonders stressig ist es vor Weihnachten dank der Zusatzeinsätze zum Glück nicht, aber die Fahrzeiten verlängern sich natürlich enorm aufgrund der größeren Menge an Postsendungen“, sagt die Zustellerin. Da sie ihre Tour schon mehr als zehn Jahre fährt, erkennt sie die meisten Empfänger auch ohne präzise Anschrift. „Wenn ich Post zu einer Bäckerei bringe, kann ich vielen Kunden, die gerade im Laden stehen, die Post gleich in die Hand drücken. Die meisten kenne ich persönlich.“

Bis 15 Uhr wird am Heiligabend noch zugestellt. „Bis in die 1970er Jahre hinein wurden an diesem Tag vormittags und nachmittags Briefe und Pakete ausgeliefert“, berichtet Tiedemann. „Mein Vater war in dieser Zeit Postzusteller in Bremen, und wir Kinder mussten bis zu seiner Rückkehr immer sehr lange auf die Bescherung warten.“

Von Festtagsgrüßen per SMS oder E-Mail hält Tiedemann nicht viel: „Wir schreiben gerne Weihnachtsgrüße auf schöne Briefkarten, und wir bekommen auch gerne welche. Die tragen dann allerdings die Kollegen in Brinkum aus.“

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