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KGS Leeste: Feierlich eröffnet und mit Architekturpreis ausgezeichnet

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Von: Dierck Wittenberg

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Bürgermeister Frank Seidel und Innenarchitektin Tanja Remke übergeben die KGS symbolisch an Schulleiter Michael Krutschke.
Schlüsselfertig: Bürgermeister Frank Seidel und Innenarchitektin Tanja Remke übergeben die KGS symbolisch an Schulleiter Michael Krutschke. © Wittenberg

Mit einer feierlichen Eröffnung wurde die Kompaktsanierung der Kooperativen Gesamtschule in Leeste beendet. Am Abend erhielt das Projekt den Niedersächsischen Staatspreis für Architektur.

Nach vier Jahren Bauzeit zeigt sich die Kooperative Gesamtschule in Leeste in ganz neuem Licht. Und das innerhalb der vorgesehenen Zeit – trotz Corona, Lieferengpässen im Baugewerbe und eines Brandes Ende 2020.

Im feierlichen Rahmen ist die Umbau-Phase am Donnerstagvormittag offiziell beendet und die neue KGS neu eröffnet worden. Mit einer Schlüsselübergabe an den Schulleiter Michael Krutschke haben Bürgermeister Frank Seidel und die Innenarchitektin Tanja Remke diesen Schritt im – sanierten – Kulturforum symbolisch besiegelt. Dass sie dafür auch Niedersachsens höchste Auszeichnung für Architektur gewinnen sollten (siehe Infobox), konnten sie zu diesem Zeitpunkt zwar hoffen, aber noch nicht wissen.

Staatspreis für „Vorzeigeprojekt“ KGS Leeste

Pünktlich zur Neueröffnung der KGS hat Niedersachsens Bauminister Olaf Lies das Büro Remke und Partner und die Gemeinde Weyhe als Bauherrn ausgezeichnet: Für die Sanierung der Kooperativen Gesamtschule Leeste bekommen sie den Niedersächsischen Staatspreis für Architektur 2022.

Laut Pressemitteilung zeige das Projekt, so die Jury, dass „Umbauen zu einem Ergebnis führen könne, das neben deutlich geringeren Kosten eines Neubaus sogar höhere Qualität liefere“. Die groß dimensionierte, aber schlecht nutzbare Raumstruktur aus den 1970er-Jahren sei durch gezielte Eingriffe so uminterpretiert worden, dass die potenziell vorhandene Großzügigkeit erleb- und nutzbar wurde. Robert Marlow, Präsident der Architektenkammer Niedersachsen, betonte: „Wir müssen Planen und Bauen ganzheitlich betrachten und die ökonomischen, ökologischen, sozialen und gesellschaftlichen Anforderungen gleichermaßen einbeziehen.“ Hierzu wolle der Staatspreis den Blick weiten und prämiere aus diesem Grund „eine herausragende Schulsanierung“.

Der Staatspreis ist die höchste Architekturauszeichnung Niedersachsens und wird vom Land in Kooperation mit der Architektenkammer Niedersachsen vergeben. Die Jury hat den Preisträger aus 56 Bewerbungen in zwei Sitzungen und einer Exkursion ermittelt. Die Ergebnisse werden in einer Dokumentation veröffentlicht und in einer Wanderausstellung gezeigt.

Die Kompaktsanierung im laufenden Betrieb, also ohne Containerklassen und Schulschließungen, war mehr als eine bloße Renovierung: Diesen Aspekt sprachen alle drei Genannten in ihren Reden an. Frank Seidel dachte zu Beginn laut an seine eigene Schulzeit an der KGS zurück und befand: „Wir sehen hier eine komplett andere Schule.“ Nämlich eine Schule der Zukunft. „Ich wäre selbst gerne auf diese heutige KGS gegangen. So stellt man sich Schule vor“, sagte Seidel.

Der damalige Mut von Politik und Verwaltung hätten sich ausgezahlt, sagte Seidel und erinnerte an die Vorgeschichte: Seit 2006 seien acht Millionen Euro in die KGS gesteckt worden. 2015 dann der Antrag für die Sanierung im Block statt nach und nach in den Sommerferien: Einstimmig, hob Seidel hervor, hätten alle im Rat den Antrag angenommen.

Eröffnung der KGS Leeste: Kompaktsanierung als Gemeinschaftswerk

Die Kompaktsanierung als Gemeinschaftswerk: Dieser Punkt zog sich ebenfalls wie ein roter Faden durch die Veranstaltung. An der Präsentation der Innenarchitektin Remke ließen sich die Dimensionen des Umbaus erahnen: Sie stellte zwölf verschiedene Teams und damit die einzelnen Bauschritte vor – von Abbruch und Elektro über Estrich, Glaswände und Maler bis hin zum Sekretariat und zur Planung. Und sie lieferte entsprechende Zahlen. Demnach hat etwa das Team Abbruch 278 Container Bauschutt, elf Kilometer Leitungen und 2.020 Leuchten aus dem Gebäude geholt – sowie ein Klavier. Nachdem sie die Baustelle in Zeitraffer-Videos hatte Revue passieren lassen, gab Remke die Antwort auf die selbstgestellte Frage, ob sie es wieder tun würde: „Jederzeit, es war uns eine Ehre.“

Michael Krutschke stellte fest: „Mit diesem Augenblick endet ein mehr als siebenjähriger Prozess.“ Ein Prozess, der in die Amtszeit seines Vorgängers Rainer Patzelt sowie Seidels Vorgänger Andreas Bovenschulte zurückreicht. Letzterer war zur Feier am Vormittag terminlich kurzfristig verhindert. (Er ist aber mittags zwischen zwei Terminen dazugestoßen und hat sich mit Frank Seidel, der Ersten Gemeinderätin Ina Pundsack-Bleith und der Architektin Tanja Remke durch die Schule führen lassen.)

Schülerinnen der zwölften Klasse haben das Programm musikalisch begleitet. Hier spielen Bianca Neumann und Anna Marquardsen eine Sonate von Camille Saint-Saëns.
Schülerinnen der zwölften Klasse haben das Programm musikalisch begleitet. Hier spielen Bianca Neumann und Anna Marquardsen eine Sonate von Camille Saint-Saëns. © Wittenberg

„Als Schule begreifen wir die Kompaktsanierung als große Chance“, unterstrich Krutschke. Die sogenannte Clusterbauweise, die großen Flure: Hierin habe ein großes Potenzial gelegen, das „unserem pädagogischen Konzept den richtigen Raum bieten kann.“ Krutschke wies zudem auf die „Phase Null“ hin, die dem Umbau vorausgegangen war: Erst als darin ein Raumnutzungskonzept erarbeitet wurde, sei das Projekt in die Ausschreibung gegangen. Und die wurde „zu unserer großen Freude“ von Tanja Remkes Büro gewonnen.

Neue KGS mit verbessertem Raumklima und verbesserter Akustik

Herausgekommen sei eine „tolle und schöne neue Schule“. Das machte Krutschke insbesondere am verbesserten Raumklima und einer verbesserten Akustik im Schulgebäude fest, aber unter anderem auch am Licht und dem Ineinander von Alt und Neu. Das komplettsanierte Gebäude stehe auch für eine große Verantwortung: „Die Schülerinnen und Schüler werden nur gerne in die Schule kommen, wenn sie hier gerne lernen.“

Nach der Eröffnung geht es darum, so könnte man Krutschke zusammenfassen, den Bau angemessen mit Leben zu füllen. In künstlerischer Hinsicht war das während der Feier schon mal gelungen: Die Schülerinnen Bianca Neumann, Anna Marquardsen und Delfina Sara Trzcinska trugen in drei reifen musikalischen Beiträgen Stücke von Beethoven, Saint-Saëns und Chopin vor.

Bei einer anschließenden Führung durch Schülerinnen und Schüler hatten Gäste dann Gelegenheit, die KGS Leeste neu kennenzulernen. Und deren Eröffnung beim gemeinsamen Schulfest mit Bühnenprogramm und Mitmachaktionen zu begehen.

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