Landkreis informiert über Herbizid-Kontamination im Bereich am Bahnhof / Jetzt Monitoring

Keine Radieschen zum Verzehr

Mitarbeiter der Bahn haben in den Jahren von 1971 bis 1990 insgesamt rund 270 Kilogramm Pflanzenschutzmittel auf die Gleisanlagen des Sulinger Bahnhofs aufgebracht.

Sulingen - (oti) · Am Schluss brachte es Franz Vogel vom Fachdienst Umwelt und Straße des Landkreises Diepholz ganz konkret auf den Punkt: „Wenn sie ihre Radieschen mit Grundwasser gießen, würde ich auf einen Verzehr verzichten.“ Der Landkreis informierte am Donnerstagabend im Rathaus über den Grad der Herbizid-Kontamination im Bereich des Sulinger Bahnhofes.

Eigentlich hatten sich Vertreter der Bahn AG und des von der „Bahn“ beauftragten Gutachterbüros zu dem Erörterungstermin angekündigt – ihre Teilnahme allerdings kurzfristig abgesagt. „Aufgrund der Witterung“, schmunzelte Franz Vogel. Den Part der Vorstellung des Gutachtens übernahm Franz Vogels Kollege Frank Lüdemann.

Dass das Grundwasser im Bereich des Sulinger Bahnhofs durch Herbizide belastet ist, wurde im Jahr 2007 öffentlich. Die Stadt Sulingen hatte im Zuge des Sanierungsverfahrens „Sulingen-Nord“ ihrerseits ein Gutachten in Auftrag gegeben. Ein Jahr später folgten so genannte „orientierende Untersuchungen“ im Bereich des Bahnhofs. „In den Hausbrunnen im näheren Umfeld wurden höhere Werte an Pflanzenschutzmitteln festgestellt“, erklärte Vogel. Den Schwerpunkt der Kontamination machten die Gutachter im Bereich östlich des Bahnhofs aus. „In der Fließrichtung des Grundwassers.“

Was folgte, waren konkrete Boden- und Grundwasseruntersuchungen (wir berichteten).

Frank Lüdemann sprach am Donnerstag im Sulinger Rathaus von vier Kleinrammbohrungen, 22 Sondierungen und einer Beprobung eines Hausbrunnens. Ermittelt worden waren dabei im Grundwasser Pflanzenschutzmittelbelastungen von drei bis 78 Mikrogramm pro Liter.

Lüdemann: „Das sind Werte, die wir als bedenklich einstufen müssen.“ Der Mitarbeiter sprach von einem „bunten Strauß“ an Stoffen, die ermittelt worden seien. „Zu 90 Prozent Ethidimurom.“

Von einer Forderung nach Sanierung des kontaminierten Grundwasserbereichs (Bahnhof bis „Am Wolfsbaum“ / Astrid-Lindgren-Weg bis Lange Straße) nimmt der Landkreis Abstand. „Wegen des Gebots der Verhältnismäßigkeit der Mittel“, erklärte Franz Vogel. „Schon bei einer Teilsanierung fallen pro Kilogramm Schadstoff 600 000 Euro Kosten an. Grundsätzlich ist eine Gefährdung der Gesundheit der Anwohner nicht gegeben.“

Dass die Bahn AG Verursacher der Kontamination ist, gilt als unstrittig.

Der Landkreis Diepholz geht davon aus, dass durch Mitarbeiter der Bahn in den Jahren 1971 bis 1990 insgesamt rund 270 Kilogramm Pflanzenschutzmittel auf die Gleisanlagen aufgebracht worden sind.

Die Bahn AG übernimmt die Kosten für das Monotoring, das jetzt nach Absprache mit dem Landkreis durchgeführt werden soll. Klartext: An acht bestehenden und zehn zusätzlichen Messstellen östlich des Bahnhofs soll das Grundwasser jährlich beprobt werden.

Eine Gefährdung des Trinkwassers sei laut Franz Vogel nicht gegeben. „Die Wasserschutzgebiete liegen westlich des kontaminierten Bereichs.“

Klaus Neuhaus, Geschäftsführer des Zweckverbandes „Wasserversorgung Sulinger Land“: „Unser Trinkwasser wird ständig beprobt – auch auf Ethidimurom hin.“

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