Politik will im Herbst Planungen für Überschwemmungsschutz diskutieren

Keine Chance für ein Jahrhunderthochwasser

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Besonders nach langanhaltenden Regenfällen im Herbst und Winter kann der Wasserpegel der Varreler Bäke bedenklich ansteigen. ·

Varrel - Von Sandra Bischoff„Das nächste Hochwasser kommt ganz bestimmt“, sagt Matthias Stöver, Geschäftsführer des Ochtumverbandes. Aus Anlass der Überschwemmungen vom Herbst 1998 hatte die Politik im Jahr 2004 den Auftrag an die Verwaltung gegeben, eine Hochwasserplanung für den Klosterbach, der im Verlauf zur Varreler Bäke wird, zu erstellen. Die vielen geologischen Aspekte hätten die Planung so zeitintensiv gemacht, sagt Bürgermeister Niels Thomsen.

Laut Stöver sollen die Deiche von Blocken über Varrel bis zur Landesgrenze auf einer Länge von sechs Kilometern erhöht und zurückverlegt werden, so dass auch ein „hundertjährliches Hochwasser schadlos durch die Gemeinde geleitet werden kann“. Bei einem solchen Ereignis müssten 29 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abfließen können, sagt Stöver.

Derzeit sind zwölf bis 13 Kubikmeter möglich. „Die Deiche reichen nicht aus, sie werden überströmt und das Wasser fließt in die besiedelten Gebiete.“

Die Deiche werden zum Teil versetzt, um neue Überschwemmungsflächen zu schaffen. So zum Beispiel auf Höhe des Guts Varrel. Dort sollen rund fünf bis sechs Hektar ausgedeicht werden, wie es im Fachjargon heißt. Die Fläche ist bereits im Besitz der Gemeinde.

In anderen Teilen des Planungsgebiets müssen Gespräche mit Grundstückseigentümern geführt werden. Die Deichhöhen orientieren sich laut Stöver an den angrenzenden Gebieten und sollen laut Planung Höhen von 1,50 bis 3,50 Meter aufweisen. An der Varreler Landstraße etwa schlägt der Ochtumverband Hochwasserschutzwände vor.

Zudem sehen die Planungen den Bau zweier Schöpfwerke vor, eines an der Mündung der Varreler Graft in die Bäke an der August-Hinrichs-Straße, ein weiteres an der Grünen Straße, wo der Moordeicher Wasserlauf und die Bäke aufein- andertreffen. „Die Schöpfwerke sind notwendig, um die höheren Wasserstände bei Hochwasser aus der Varreler Bäke zu pumpen“, sagt Stöver.

Derzeit gehen Stöver und seine Kollegen von Baukosten in Höhe von zwölf Millionen Euro aus. „Das sind allerdings nur sehr grobe Schätzungen.“ Noch fördern Bund, Land und Europäische Union solche Projekte mit rund 70 Prozent, das könnte sich aber ab 2014 ändern.  Der Baubeginn ist ebenfalls unklar, hängt er doch entscheidend von den Beschlüssen der Stuhrer Politik und den Fördergeldern ab.

„Der Sommer ist

kein Problem“

Starkregenfälle mit Gewitter wie am vergangenen Wochenende bringen Stöver nicht aus der Ruhe. „Der Sommer ist nicht das Problem, die Vegetation zieht dann viel Wasser. Wir planen einen Schutz gegen das Winterhochwasser, wenn der Boden gesättigt ist und es lang anhaltende Landregen gibt.“

„Die Planungen des Ochtumverbands sind ein Vorentwurf“, sagt Bürgermeister Thomsen. Die politischen Gremien werden voraussichtlich ab Herbst darüber beraten. Ihm sei es wichtig, die Planungen nicht „unter dem direkten Eindruck von Hochwassererlebnissen“, sondern sachlich zu diskutieren, so der Rathauschef.

Angesichts der vielen verschiedenen Hochwasserschutzmaßnahmen, die der Verband ausgearbeitet habe, müsse die Gemeinde das Gespräch mit den betroffen Grundstückseigentümern suchen.

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