Toys Company in Syke schließt zum Jahresende / „Treffpunkt Arbeit“ ab 2012

Kein zweites Leben mehr für Teddy & Co.

Syke - Von Katrin PliszkaDie Toys Company in Syke schließt zum 31. Dezember. Danach wird in den Räumen an der Syker Werkstraße kein gebrauchtes Spielzeug mehr repariert und kostenlos an Kinder abgegeben. Stattdessen soll dort künftig der „Treffpunkt Arbeit“ residieren, der Langzeitarbeitslose gezielter auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereiten soll. Der Arbeitsmarktservice im Kreis und die Dekra-Akademie informierten gestern als Trägerinnen des Projektes über die Gründe für das Aus und wie es für die 24 Beschäftigten weitergehen soll.

Die Toys Company hat seit Mai 2009 rund 250 Langzeitarbeitslose beschäftigt und ihnen wieder zu einer Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt verholfen. Einst fanden 50 Männer und Frauen Platz im Rahmen des Projektes. Ihre Zahl schrumpfte laut Dekra-Projekt-Leiter Uwe Janssen sukzessive auf heute 24 Arbeitsuchende, die bei der Toys Company tätig sind. Sie arbeiten in unterschiedlichen Abteilungen und können sich über das Bildungsangebot der Dekra-Akademie weiterbilden und so für den ersten Arbeitsmarkt qualifizieren.

Eigentlich blickt die Toys Company auf eine erfolgreiche Geschichte zurück: Von 50 Personen, die dort arbeiten können, gelangten immerhin 30 Prozent wieder in eine Festanstellung, sagte Janssen. Vielen sei besonders wichtig gewesen, dass sie etwas Vernünftiges tun. Es gab Wartelisten für diejenigen, die bei der Toys Company arbeiten wollten.

Wie hoch die Zahl derer ist, die über das Projekt wieder in eine feste Stelle gekommen sind, konnte Arbeitsmarkt-Service-Leiter Bernd Jobs gestern zwar nicht exakt benennen. Er war allerdings überzeugt, dass es eine höhere Zahl als bei vergleichbaren Maßnahmen bundesweit sei, wo die Quote bei rund 15 Prozent liege.

Dass es dennoch eingestellt wird, liegt in den Augen der Verantwortlichen am Bund. Der plant laut Jobs, zum 31. März 2012 Fördermittel-Richtlinien zu ändern. Daher müsse man förderbare Projekte anbieten. Der Bund setze weniger auf Maßnahmen, die wie die Toys Company für Gruppen gedacht sind, sondern auf die individuelle Förderung, erklärte Jobs. So soll den Betroffenen nachhaltiger geholfen werden, sich für den ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Das bedeutet, dass die Toys Company in ihrer jetzigen Form nicht mehr förderfähig sein und daher von den drei Trägern sukzessive eingestellt wird.

„Der soziale Aspekt kann nicht unser Fokus sein.“

„Es ist wirklich schade, aber der soziale Aspekt des Projektes kann nicht unser Fokus sein. Wir müssen Menschen in Arbeit bringen und mit ihnen an ihren Hemmnissen arbeiten, wieder dorthin zu kommen“, stellte Jobs klar. Wenn das mit den bisherigen Maßnahmen nicht mehr funktioniere, müsse man andere Wege gehen.

So soll an der Werkstraße künftig der „Treffpunkt Arbeit“ residieren, der die Teilnehmer unter anderem in den Bereichen Pflege, Lageristik und Verkauf qualifizieren soll. „Die Immobilie bleibt. Zum einen wegen der Identifikationsmöglichkeiten, zum anderen wegen der Nähe zum Bahnhof, die für unsere Kunden wichtig ist“, ergänzt Hans-Peter König, Gebietssprecher der Dekra Niedersachsen und Bremen.

„Wir bedauern die Schließung, wir hätten gern weiter gemacht. Aber es wird für unsere Kunden weitergehen. Der Standort Syke wird nicht kleiner, und es werden auch keine Plätze wegfallen“, betonte Bernd Jobs mit Nachdruck.

Die nächsten Schritte fasste Janssen zusammen. So seien noch Weihnachtsaktionen in Syke, Diepholz, Barnstorf und Sulingen geplant. In den Monaten zuvor bekämen bedürftige Kinder weiterhin „Taler“, für die sie bei der Toys Company einkaufen dürfen. Auch Spenden seien nach wie vor willkommen, so Janssen. Die blauen Tonnen für die Spielzeugspenden zieht die Toys Company in Kürze ein. Spielzeug, das bis Jahresende übrig bleibt, stifte man den Sozialkaufhäusern, sagte Janssen.

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