Unter Polizeischutz:

Veterinäramt befreit 25 Katzen

Eine Mitarbeiterin des Veterinäramts bringt zwei der Katzen aus dem Haus.
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Eine Mitarbeiterin des Veterinäramts bringt zwei der Katzen aus dem Haus.

Weyhe - Von Charlotte Reinhard. Ein neuer Tierschutzfall erschüttert den Landkreis: Mitarbeiter des Veterinäramtes haben insgesamt 25 Katzen aus schlechter Haltung in Weyhe befreit.

17 Tiere in kritischem Zustand hatten sie bereits abgeholt. Gestern beschlagnahmten sie acht weitere Katzen. Die Tiere sind unterernährt, ausgetrocknet und leiden unter starkem Parasitenbefall. Polizisten mussten die aggressive Halterin auf die Polizeiwache bringen.

Das Veterinäramt hatte der Frau zuvor ein umfassendes Tierhaltungsverbot auferlegt. Demnach darf sie auf unbestimmte Zeit keine Tiere mehr halten. Darauf reagierte sie sehr aggressiv: Sie schrie und sprach auch Morddrohungen aus. Damit die Amtstierärzte ihre Arbeit erledigen konnten, brachten Polizeibeamte die Besitzerin schließlich auf die Wache. Dann holten Vertreter des Veterinäramtes acht Katzen aus dem Wohnhaus. Sie waren nach Angaben der Mitarbeiter unterernährt, wahrscheinlich ausgetrocknet und von Parasiten befallen. Die Vierbeiner sind auf verschiedene Tierschutzvereine im Kreis verteilt worden.

Bereits vor einem Monat hatte das Amt auf eine Anzeige aus der Nachbarschaft reagiert und 17 Katzen aus dem selben Haus befreit. „Das waren die Tiere, denen es besonders schlecht ging“, erklärt Jutta Flohr, Tierärztin im Veterinäramt. „Lebensgefahr besteht aber für keine der insgesamt 25 Katzen“, sagte sie. Es handele sich zum größten Teil um Katzen der Rasse „Russisch blau“.

Nach Angaben eines Nachbarn, der seinen Namen nicht genannt haben wollte, habe die alleinstehende Halterin, die vor etwa einem halben Jahr „mit sehr vielen Katzenkäfigen“ zugezogen sei, auch mit den Tieren gezüchtet. Zuvor habe die Ärztin bei Walsrode gewohnt. Auch dort seien ihr Tiere wegen schlechter Haltung und Fütterung weggenommen worden, so der Nachbar weiter. Die Katzenhalterin sei vielen Veterinärämtern in Norddeutschland bekannt, bestätigt Flohr: „Sie hat schon überall gewohnt. Der Fall zieht sich über Jahrzehnte.“

Britta Wagner arbeitet in der Nachbarschaft und war einmal im Haus der Halterin, wie sie erzählt: „Die Katzen wurden größtenteils in Käfigen gehalten. Es hat gestunken.“ Zu anderen Nachbarn habe die Frau kaum Kontakt gehabt. Wagner glaubt nicht daran, dass das Tierhaltungsverbot etwas bewirken wird: „Die wird so weitermachen“, befürchtet sie.

Die Katzen werden nun medizinisch versorgt, kastriert und sollen dann ein neues Zuhause finden. Die Halterin selbst war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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