Salzmangel erschwert Winterdienst in Bassum / Schulwegsicherung hat Priorität / Landwirte helfen

Kali-Dünger statt Streusalz

Begehrt wie selten: Streusalz. In Bassum gibt es derzeit kein Salz mehr. Die Straßen werden nur noch von Schnee geräumt.

Bassum - BASSUM (al) · Weil Streusalz derzeit knapp ist, werden die Straßen in Bassum nur noch geräumt. Bauamtsleiter Michael Junge bittet alle Bassumer um Verständnis, fürchtet allerdings, dass sich die Beschwerden häufen werden, wenn nicht bald Nachschub geliefert wird.

Darauf habe die Stadt selbst allerdings keinen Einfluss. Seitdem der Bauhof der Stadt vom Bramstedter Kirchweg nach Dimhausen umgezogen ist, verfügt die Stadt nicht mehr über ein eigenes Salzlager, sondern kooperiert mit der Straßenmeisterei Bassum. Und die hat, wie in dieser Zeitung bereits berichtet, Probleme mit den Zulieferern von Streusalz.

Junge: „Und da die Straßenmeisterei zuerst ihre eigenen Aufgaben erfüllen muss, nämlich Bundesstraßen und Landesstraßen von Schnee und Eis zu befreien, bleibt für uns derzeit kein Salz übrig. Aber sobald das Streugut wieder lieferbar ist, werden auch wir bestückt.“

Um die Stadtstraßen halbwegs befahrbar zu machen, hätte man zwischen Weihnachten und Neujahr bereits Dünger (Kainit) auf den Straßen verteilt. Den hätte man aus Stuhr bekommen.

Oberste Priorität für die Stadt habe derzeit die Schulwegsicherung. „Für absolute Notfälle halten wir auch noch gut 40 Säcke mit Streusalz bereit. Im Falle von Eisregen“, so Junge.

Die Wettervorhersage für das Wochenende bereitet dem Bauamtsleiter etwas Sorge. Heftige Schneefälle mit starken Winden sind angekündigt worden. „Das könnte zu Problemen im Außenbereich führen“, glaubt Junge. Doch er beschwichtigt zugleich: „Wir sind mit vielen Landwirten im Gespräch. Sie werden uns mit Treckern und Räumschilden unterstützen.“ Ohne private Unterstützung würde der Winterdienst derzeit ohnehin nicht funktionieren, schließlich verfüge der Bauhof lediglich über drei Fahrzeuge.

„Bei uns haben bereits besorgte Bürger angerufen. Beispielsweise ein Dialysepatient, der im Außenbereich wohnt und täglich ins Krankenhaus muss“, berichtet Junge. Man habe eine Liste solcher Notfälle aufgestellt und werde einen Räumdienst sicherstellen, verspricht der Bauamtsleiter. Alle anderen Bürger bittet er um Verständnis, wenn nicht alle Straßen früh am Morgen befahrbar seien. Und er appelliert an Verkehrsteilnehmer, der Witterung entsprechend zu fahren.

„Unsere Mitarbeiter machen bereits zahlreiche Überstunden, beginnen jeden Morgen um drei Uhr mit dem Räumdienst“, so Junge. Erschwerend komme hinzu, dass man Ende des Monats den Standort in Dimhausen verlassen müsse. Übergangsquartier wird eine der KMH-Hallen in der Lange Straße sein, bis der neue Standort (Eismann-Immobilie) beziehbar sei. Das heißt für die Mitarbeiter: Nach dem Winterdienst beginnt das Packen. Junge spricht allen an dieser Stelle seinen Dank aus. Durch die Doppelbelastung würden einige Arbeiten, die normalerweise in diesen Wochen anstehen, liegen bleiben – beispielsweise der Baumbeschnitt. „Auch da werden wir überlegen, uns externe Hilfe zu holen“, so Junge. Schließlich könne man Bäume nicht erst im April beschneiden, wenn sie voll im Saft stehen.

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