Sulingen

Die Justiz braucht ehrenamtliche Unterstützer

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Dörthe Meyer vom Fachbereich Personal und Wirtschaft der Stadt hofft auf Bewerber.

Sulingen - Die Justiz braucht ehrenamtliche Unterstützer: Die Stadt Sulingen sucht eine neue – stellvertretende – Schiedskraft, ferner Bewerber, die sich als Schöffen beziehungsweise Jugendgerichtsschöffen zur Verfügung stellen wollen.

Dörthe Meyer vom Fachbereich Personal und Wirtschaft der Stadtverwaltung hofft in beiden Fällen auf Interessierte, die sich bei ihr im Rathaus melden.

Seit drei Jahren übt Gerhard Tripp das Amt des Schiedsmannes im Bereich der Stadt Sulingen aus. „Seine bisherige Stellvertreterin, Monika Lehning, ist im Februar verstorben“, bedauert Dörthe Meyer. Es gelte nun, jemanden zu finden, der Gerhard Tripp bei seinen Aufgaben unterstützt. „Ein bisschen diplomatisches Geschick sollte man dafür mitbringen“, nennt sie die Hauptqualifikation. „Es geht meistens um Nachbarschaftsstreitigkeiten, bei denen die Schiedsleute als Vermittler zum Einsatz kommen – oft ist gesetzlich vorgeschrieben, zunächst diesen Weg zu bestreiten, bevor man sich an das Gericht wendet. In der Regel gibt es etwa drei Fälle im Jahr, wobei zumeist mehre Gespräche mit den Parteien erforderlich sind.“ Es gibt eine Aufwandsentschädigung und für die Vermittlungstermine steht ein Büro im Rathaus zur Verfügung. Interessenten sollten im Bereich der Stadt Sulingen wohnen und mindestens 30 Jahre alt sein. „Es ist keinerlei ‚juristische Vorbildung‘ erforderlich“, versichert Dörthe Meyer. „Der Bund der Schiedsmänner bietet Schulungen an.“

Dabei handelt es ich der Regel um zweitägige Wochenendseminare, erläutert Gerhard Tripp, „die werden in der Regel von Amtsgerichtdirektoren, zum Teil auch ehemaligen, angeboten.“ In den drei Jahren, die er als Schiedsmann tätig ist, habe er in ganz unterschiedlichen Fällen vermittelt, „vom Streit mit dem Nachbarn, etwa bezüglich der Grundstücksgrenze oder wenn im Sommer abends eine lautstarke Grillparty nach der anderen gefeiert wird, bis zu einer nicht unwesentlichen Körperverletzung.“ Kein typischer Einsatz für einen Schiedsmann: „Hier wollten die Geschädigten keine Anzeige erstatten, es ging ihnen um eine Entschuldigung und die Versicherung, dass so etwas nie wieder vorkommt.“ Gerhard Tripp hat festgestellt, dass der Anlass, die Vermittlung durch einen Schiedsmann zu suchen, in vielen Fällen nicht die eigentliche Ursache für den Streit ist. „Die liegt oft lange zurück. Es ist sehr hilfreich, sich vor dem gemeinsamen Gespräch mit beiden Parteien einzeln zu unterhalten.“ Ziel ist es stets, einen Kompromiss, eine Vereinbarung zu erzielen, „mit der beide Seiten leben können.“

Im Herbst werden neue Schöffen für die Amtszeit 2014 bis 2018 gewählt, „die Stadt Sulingen muss dafür Vorschläge machen – 24 für die Jugendschöffen- und 32 für die Schöffenwahl, die Hälfte der Kandidaten wird gewählt. Die Schöffen kommen bei Verhandlungen am Amtsgericht Sulingen und beim Landgericht in Verden zum Einsatz“, erläutert Dörthe Meyer. Bewerber dürfen keine Vorstrafen haben, müssen 25 bis 69 Jahre alt sein und die deutsche Staatsbürgerschaft haben. „Bei den Jugendschöffen ist erzieherische Erfahrung gewünscht – die ist aber auch gegeben, wenn man Kinder hat.“ Auch hier hofft Dörthe Meyer auf Interessenten, steht für nähere Informationen gern zur Verfügung (Tel. 0 42 71 / 88 15). · ab

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