Die Hühner auf dem Hof Nörhrnberg leben in einem mobilen Stall

Jede Woche eine neue Fläche zum Picken

Karina Nöhrnberg versorgt die jungen Hennen in dem mobilen Stall. ·
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Karina Nöhrnberg versorgt die jungen Hennen in dem mobilen Stall. ·

Stuhr - Von Sandra BischoffDie Hennen von Karina und Holger Nöhrnberg sind mobil: Die jungen Hühner leben in einem Stall, der jede Woche an einer anderen Stelle auf der Wiese steht.

Das Federvieh beschäftigt das Ehepaar seit rund einem Jahr. „Ich habe meiner Frau damals zwei kleine Holzställe und Hühner zum Geburtstag geschenkt, praktisch für frische Frühstückseier“, sagt der Landwirt. Sieben Hühner leben dort, davor ist ein Stück Wiese für sie eingezäunt. Obwohl es nur wenige Vögel sind, tauchten schon bald Probleme auf. „Das Grün war schnell abgegrast und plattgetreten“, sagt Karina Nöhrnberg.

Sie informierte sich zum Thema artgerechte Hühnerhaltung und stieß auf den mobilen Hühnerstall einer hessischen Firma. Das Paar schaute sich den Stall auf einer Messe an und entschied: „Den brauchen wir auch.“ Die Nöhrnbergs legten sich ein gebrauchtes Exemplar zu.

Vor einer Woche zogen die Hühner ein. Rund 200 sogenante Braunleger haben nun ihr Zuhause in dem rund acht Meter langen und knapp 3,80 Meter hohen Stall an der Kladdinger Straße. Platz ist für maximal 240 Tiere.

Die fahrbare Unterkunft, die aussieht wie ein Wohnmobil mit schrägem Dach, hat laut Nöhrnberg mehrere Vorteile: Die Hennen grasen jede Woche auf einer neuen Fläche, die mit einem mobilen Zaun eingegrenzt wird. „Damit laufen wir den Krankheiten praktisch davon“, sagt Karina Nöhrnberg. Denn die Tiere picken nicht mehr zwischen ihrem Kot. „Sie haben viel Platz und auf den neuen Flächen immer genug zu tun, deshalb halten sich das Federpicken und der Kannibalismus in Grenzen“, erklärt die Stuhrerin.

Das Mobil ist in zwei Etagen unterteilt: Im oberen Stockwerk, dem sogenannten Warmscharrraum, stehen Futter und Wasser bereit sowie Stangen zum Sitzen. Von dort aus gelangen die Hühner auch in den separaten Legeraum.

Unten im Kaltscharraum laufen die Vögel über Gras und haben die Möglichkeit, nach draußen zu gelangen. Per Zeitschaltuhr regelt das Ehepaar Nöhrnberg, wann sich die Klappen für das Freigehege öffnen. Sie schließen sich wieder bei Einbruch der Dunkelheit, wenn die Hennen sich im Inneren aufhalten.

Eine Baugenehmigung für den Stall braucht Nöhrnberg voraussichtlich nicht. „Ich habe bei der Gemeinde eine Bauvoranfrage gestellt“, erklärt der Landwirt. Dafür musste er einen Plan vorweisen, in den die möglichen Standorte des Stalls eingezeichnet sind. Seines Wissens nach ist es der erste Hühnerstall dieser Art in Stuhr. „Es haben uns schon Leute darauf angesprochen, weil der Stall so ungewöhnlich aussieht.“

Bis die jungen Hühner aber so weit sind, dass sie jeden Tag legen, wird es noch ein Weilchen dauern. „Die sind erst 19 Wochen alt und bekommen noch Startermehl“, erklärt Nöhrnbergs Frau. In den kommenden Wochen, so hofft das Paar, werden viele Eier in den Nestern liegen. Die stehen dann an einem Straßenstand zum Verkauf.

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