Zwölf Haushalte profitieren von Biogas-Anlage in Oldewage / Viel Eigenleistung erbracht

15 Jahre Wärme zum Nulltarif

Die Geschäftsführung der Gesellschaft mit (v.r.) Heiko Kenneweg, Anke Emker, Detlef Rempe (ausgeschiedenes Vorstandsmitglied) und Ralf Dankenbring.

Diepholz - OLDEWAGE (rdu) · Der Winter hat schon seine optischen Reize, wenn man aus der warmen Stube nach draußen blickt. Aber es gibt auch die andere Seite der Medaille. Strom-, Gas- oder Ölverbrauch gehen bei den aktuellen Minusgraden rapide nach oben. Die nächste Rechnung des Energieversorgers wird das belegen. Anders bei zwölf Haushalten in Oldewage bei Barver. Sie greifen auf Bio-Energie aus der Landwirtschaft zurück.

Als den Bewohnern der kleinen Ortschaft vor zwei Jahren von den Biogas-Anlagen-Betreibern Guddas und Göbel angeboten wurde, die erzeugte (Ab-)Wärme zu nutzen, zögerten sie nicht lange und sagten „Ja“. Sie konnten sich für die Offerte auch deshalb begeistern, weil ihnen die Wärme über einen Zeitraum von 15 Jahren frei Haus geliefert wird. Eine Ausnahme: Bei möglichen Störfällen kann der Betreiber nicht regresspflichtig gemacht werden. Nun, ganz zum Nulltarif gibt es die Wärme natürlich nicht. Pro Haushalt sind Investitionen von etwa 10 000 Euro erforderlich gewesen. Die Materialkosten für das Fernwärmesystem belaufen sich auf 118 000 Euro, die Anschlusskosten pro Grundstück auf 5 300 Euro.

Die zwölf Haushalte hatten sich damals zusammen geschlossen und eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet: das „Oldewager Fernwärme Konzept“, kurz OFK genannt. Nun wurden die Ärmel hochgekrempelt, schließlich musste die Wärme von der etwa einen Kilometer entfernten Biogas-Anlage an der Landesstraße 344 zu den Haushalten transportiert werden. Es wurden Leitungen gelegt, insgesamt 1 800 Meter, sowie Hausanschlüsse und eine Übergabestation mit einer Leistung von 30 bis 200 Kilowatt installiert.

Die Bürger erbrachten viel Eigenleistung. Und was sie nicht selbst bewerkstelligen konnten, übernahmen Fachbetriebe. Nach vier arbeitsreichen Wochenenden, gearbeitet wurde freitags, sonnabends und sonntags, hieß es dann im September 2007 „Wärme marsch!“ für ein „Abfallprodukt“ aus der Biogas-Anlage. „Für die Arbeiten ist in einigen Fällen sogar der Urlaub verlegt worden“, berichtete OFK-Geschäftsführer Heiko Kenneweg in der jüngsten Gesellschafter-Versammlung. Alle seien hoch motiviert gewesen – eingeschlossen die Frauen, die sich um die Verpflegung gekümmert hätten, blickte Kenneweg auf das Geschaffene zurück. „Es gab keine Probleme, keiner hat sich quer gestellt. Es läuft hervorragend.“

Dass die OFK wirklich eine Gemeinschaft ist, wurde in der harmonischen Gesellschafter-Versammlung deutlich, die im wohlig-(fern-)warmen Partyraum der Familie Emker abgehalten wurde und mit einem Essen verbunden war. Vorher gab es allerdings noch einen offiziellen Teil. Vorstandsmitglied Detlef Rempe schied aus dem Gremium aus, weil er Oldewage verlässt. Für ihn wurde einmütig Anke Emker gewählt. Zur Führungsspitze gehören weiterhin Geschäftsführer Heiko Kenneweg und Vorstandsmitglied Ralf Dankenbring. Ein Dank galt der Samtgemeinde Rehden und der Gemeinde Barver, den beteiligten Firmen und den Betreibern der Biogas-Anlage für die gute Zusammenarbeit.

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