Jahresempfang der „Löwenherzen“ / Wundervolle Geschichte von Thommy

Ippenstiftung: 40 000 Euro für neues Jugendhospiz

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Freude über Unterstützung bei den „Löwenherzen“: 40 000 Euro erhält der Verein „Kinderhospiz Löwenherz“ aus der Ippenstiftung für den Bau des Jugendhospizes. Dirk Ippen (r.), Verleger der Mediengruppe Kreiszeitung, überreichte die Spende gestern während des Jahresempfangs an Hospiz-Leiterin Gaby Letzing (2.v.r.) und Geschäftsführerin Barbara Frerker (l.). Mit im Bild: Henning Scherf, der über das Thema „gemeinsam statt einsam“ referierte.

Syke - Von Anke SeidelWie wichtig die Arbeit mit sterbenden und schwerstkranken Kindern ist, das beweist die wundervolle Geschichte von Thommy – einer von 139 Schützlingen, die 2011 im Kinderhospiz Hilfe und Unterstützung bekamen.

Eine Arbeit, die ohne Spenden nicht möglich wäre, betonte Hospiz-Leiterin Gaby Letzing gestern während des Jahresempfangs – und freute sich über eine besondere Zuwendung: 40 000 Euro fließen aus der Ippenstiftung in den Bau des neuen Jugendhospizes. Dafür gab es großen Beifall für Dr. Dirk Ippen, den Verleger dieser Zeitung, der beim Jahresempfang zu Gast war. Den Bürgersinn und das bürgerschaftliche Engagement auf lokaler Ebene stärken – das ist das Herzstück der gemeinnützigen Ippenstiftung, die Dr. Dirk Ippen im Jahr 2000 ins Leben gerufen hatte.

„Gemeinsam statt einsam“ – unter diesem Thema berichtete während des Jahresempfangs der ehemalige Bremer Bürgermeister Dr. Henning Scherf über seine erfüllenden Begegnungen mit Demenzkranken. Eine Betreuung, die eines gemeinsam hat mit dem Alltag der „Löwenherzen“: Es braucht Zuwendung und Zeit, das Wesen der Menschen hinter ihrem Handicap zu entdecken. „Wir müssen versuchen, die Spur der Kinder zu finden“, formulierte es Gaby Letzing vor den rund 100 Gästen, „auch wenn sie verschüttet ist“. Wie bei dem 15-jährigen Thommy: ein schwerstbehinderter Junge, seit er im Alter von zwei Jahren in einem Teich ertrunken und durch Reanimation zurück ins Leben geholt worden war.

Mit seiner Mutter und seinem Bruder führte er ein „normales“ Leben, bis ein Beinbruch alles veränderte. „Das passiert Kindern, die viel sitzen, manchmal. Ihre Knochen werden porös“, erfuhren die aufmerksamen Zuhörer. Ein Chirurg richtete den Bruch und legte, weil auch das Knie betroffen war, einen Streckverband an – offenbar eine Qual für den Jungen: „Er hat viel geweint.“ Gegen die starken Schmerzen bekam Thommy Medikamente. Immer mehr zog sich der Junge in sich selbst zurück – bis sogar seine Mutter ihn nicht mehr erreichen konnte.

Als seine Atmung schlechter wurde, hatten die Ärzte keine Hoffnung mehr. Mit der Prognose „Thommy wird sterben“ trafen Mutter und Sohn im Kinderhospiz ein. „Wir sahen einen Jungen, der sehr litt“, erinnerte sich Gaby Letzing. Um ihm zu helfen, handelten die „Löwenherzen“ nach Rücksprache mit der Krankengymnastin anders, als der Chirurg verfügt hatte: Sie nahmen Thommy die starre Schiene ab – mit Erfolg: „Er entspannte sich und ist langsam wieder aufgetaucht“, beschrieb Gaby Letzing einen Jungen, der tatsächlich ins Leben zurückkehrte – und nach wenigen Wochen mit seiner Mutter sogar eine Tour mit dem Spezialfahrrad unternahm: „Der Bruch war zusammengewachsen!“ Eine wundervolle Geschichte mit einem ebensolchen Schluss: „Die Mutter hat zurückgefunden zu ihrer Normalität“, erfuhren die Zuhörer. Zurück in einen Alltag, in dem Thommy seinen festen Platz hat – so, wie er ist.

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