Internetauftritte der Kommunen haben noch Optimierungsbedarf

Homepage als Erlebniswelt

Landkreis Diepholz - Von Andree Wächter. Die Internetauftritte der 15 kreisangehörigen (Samt)-Gemeinden und Städte sowie der des Landkreises sind ihre Visitenkarte. Beschmutzte Visitenkarten nimmt man bei realen Treffen eher ungerne mit. Bezogen auf das digitale Aushängeschild heißt das: Sie erfüllen den Zweck der Information.

Dass es noch viele Optimierungsmöglichkeiten gibt, weiß Webdesigner Christoph Karnebogen. Ideen: Barrierefreiheit, Texte lesbarer gestalten und Responsive (auf Deutsch: Anpassungsfähigkeit).

Webseiten sind das Aushängeschild im weltweiten Internet. Vielleicht sind sie das Erste, das Touristen oder mögliche Neubürger von einer Kommune sehen. Um ihnen einen Überblick zu verschaffen, haben alle 16 Seiten eine Navigation nach dem „Lebenslagen-Prinzip“: Über Menüpunkte wie „Rathaus“, „Tourismus“ oder „Politik“ gelangen die Besucher schnell in den richtigen Bereich.

Freude an den Seiten hat der Besucher nur, wenn er keine Beeinträchtigung hat und am Computer surft. Doch das Verhalten wandelt sich immer mehr zur mobilen Nutzung auf einem Tablet oder Smartphone. Moderne Webseiten passen sich daher automatisch der Größe des Endgeräts an. Diese Funktion heißt Responsive.

Kirchdorf, Bruchhausen-Vilsen, Stuhr und Bassum haben eine mobile Version. Diese Lösung arbeitet mit einem extra Menü und Seiten, gezielt optimiert für das Smartphone und Tablet. Nachteil: Google erkennt es als eigenständige Seite. „Für das Ranking bei Google ist es nicht gut“, sagt Christoph Karnebogen von der Agentur Diers und Hemmje. Und weiter: „Der goldene Weg ist ein Responsive-Design.“ Je besser die Google-Bewertung, desto höher landet die Seite in den Suchanfragen. Alle anderen Seiten wurden auf den Testgeräten (Samsung Tablet Galaxy Tab 4 und Iphone 6) verkleinert dargestellt.

Menschen mit Beeinträchtigung (Sehschwäche, Blindheit) haben kaum eine Chance die Inhalte zu erfassen. Einige Seiten bieten die Funktion, die Schrift zu vergrößern.

Alternativ können User sich die Inhalte über die Kombination „Strg+Scrollrad“ anpassen.

„In Niedersachsen

keine Pflicht“

„In Niedersachsen besteht keine Pflicht zur Barrierefreiheit für kommunale Webseiten“, so Christoph Karnebogen. Zwar gibt es ein Bundesgesetz, aber schlussendlich entscheiden die Länder. In Niedersachsen liegt seit 2002 ein Gesetzesentwurf zur „Gleichstellung behinderter Menschen“ vor. Alle Landes-Regierungen haben es nicht beschlossen.

Der Abschnitt in Paragraf elf, barrierefreie Informationstechnik, würde zahlreiche Änderungen für die Homepages bedeuten. So müssten alle Seite für die Hilfsgeräte optimiert werden. „Eine solche Programmierung ist kostenaufwändiger“, so der Experte. Dazu gehören auch die Farbgebungen und Effekte. Bilder dürfen sich nicht zu schnell bewegen, sonst sind Personen mit Epilepsie gefährdet. Das Design müsste für User mit Rot-grün-Schwäche geeignet sein.

Doch auch ohne den großen Relaunch (komplette Neugestaltung) sind Verbesserungen möglich. Viele Texte sind leserunfreundlich geschrieben und gestaltet. Ein größerer Zeilenabstand und verständliche Texte würden die Inhalte aufwerten.

Die Seiten im Landkreis definieren sich über das Layout. Dass es auch anders geht, beweist die Seite www.oberstorf.de. „Bei der Seite der Tourismuszentrale bestimmt der Inhalt das Layout. Das ist eine kleine Erlebniswelt“, sagt der Webdesigner. Und weiter: „Osnabrueck.de wirkt aufgeräumt.“ Beide Websites sind pflegeintensiv und somit auch kostenintensiv.

Eine Ausgabe, die viele Kommunen im Landkreis scheuen. Doch in Anbetracht des demografischen Wandels könnte sich diese Investition lohnen, denn eine gute Visitenkarte vergisst man nicht.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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