Buchvorstellung: „Twistringen erzählt“ von Schützenkönig, Flucht, Holzsammeln und mehr

Integration glückte durch „Handstreich“

Einige der Autoren waren bei der offiziellen Vorstellung des Buches „Twistringen erzählt“ am Montagabend im Rathaussaal zugegen. Sie erhielten von Hedwig Harms (VHS) je ein Exemplar als Dankeschön.

Bassum - TWISTRINGEN (sn) · Nationalsozialismus, Krieg, Flucht, Vertreibung und der Wiederaufbau, aber auch viele schöne Kindheitserinnerungen ziehen wie ein roter Faden durch das am Montagabend im Rathaus vorgestellte Buch „Twistringen erzählt“.

VHS-Arbeitsstellenleiterin Hedwig Harms begrüßte nicht nur viele der insgesamt 25 Autorinnen und Autoren, sondern auch zahlreiche Zuschauer. „Damit es eine bunte Mischung wird, haben wir vier Geschichten ausgesucht, die heute Abend von den Autoren gelesen werden“, so Harms.

Den Reigen eröffnete Ludwig Harms, der mit vier Beiträgen im neuen Buch vertreten ist. Er las die Geschichte „Immer drehte sich alles um den Herd“ und weckte damit bei vielen im Saal Erinnerungen an frühere Zeiten. Holz wurde bis nach Binghausen gesammelt, alles brennbare, denn „der Schornstein musste rauchen“.

Über ihre Flucht als kleines Mädchen aus Ostpreußen bis zu ihrer Ankunft in Twistringen berichtete Helga Schnieder. Mit ruhiger, klarer Stimme las sie über den Tod ihres Vaters und der Flucht über die Ostsee mit dem Panzerschiff „Deutschland“, das unterwegs von einem russischen U-Boot attackiert wurde. „Mit Glück erreichten wir am nächsten Morgen Warnemünde“, so Schnieders Erinnerungen, die traurig und für diese Zeit gar nicht einzigartig waren.

Etwas lustiger wurde es, als Ulrike Wilkens von ihrem Vater „Schützenkönig Walter der Erste“ berichtete. „Die banale Weisheit, dass man nicht sein Bestes geben darf, wenn man partout nicht König werden will, kannte mein Vater nicht. Er gab wie immer sein Bestes“. Doch nach etwas häuslichem Unfrieden kehrte wieder Ruhe in das Haus „Hauck & Kaps“ ein, denn durch diesen „Handstreich“ gelang die Integration der Familie in Twistringen.

Schließlich gab Kurt Gerhardt seine Geschichte über „Meine zukunftsweisende Großmutter“ zum Besten, die er mit Ausschmückungen und Erläuterungen noch lebendiger gestaltete. Oma Emilie Thurm-Meyer hatte dafür gesorgt, dass er für ein Jahr als Austauschschüler nach Amerika durfte und dieser Aufenthalt ihm letztlich einen Job beim WDR in Köln verschaffte.

Wie es dazu kam sowie viele weitere amüsante, anrührende, traurige und wissenswerte Geschichten aus dem Leben vergangener Tage kann man ab sofort in dem beim Bürgerservice und bei Dauelsberg erhältlichen Buch „Twistringen erzählt“ nachlesen.

„Vom ersten Aufruf in der Presse bis zur Ausgabe der ersten Auflage sind gerade mal gut sechs Monate vergangen“, freute sich Hedwig Harms, die sich sogar eine Fortsetzung vorstellen kann.

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