Im Nahverkehrsplan-Entwurf verankert

IC-Systemhalt nimmt erste Hürde

SYKE/DIEPHOLZ · „Der Bahnhof in Diepholz soll zu einem IC-Systemhalt ausgebaut werden“. Diesen Satz nahmen die Mitglieder des Schulausschusses gestern mit zufriedenen Blicken zur Kenntnis.

Denn diese Verbesserung für den Regionalverkehr im Raum Diepholz/Vechta hat die erste Hürde genommen. Der Satz ist im Fortschreibungsentwurf des Nahverkehrsplans verankert. Der stellt die Weichen für den öffentlichen Personennahverkehr bis 2017. Nach welchen Kriterien, das erläuterte gestern im Syker Kreishaus die Diplom-Ökonomin Franka von Seck (Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen). Sie hätte den Sitzungsbeginn um ein Haar verpasst, weil sie mit dem Auto gekommen war. „Ein Fehler“, schmunzelte die Referentin, die den Nahverkehrsplan-Entwurf außerordentlich detailliert erläuterte. Ausschuss-Vorsitzender Wolfgang Griese (CDU) staunte nicht schlecht, weil er 250 Seiten umfasst.

Das, was der Landkreis Diepholz darin verankert oder diskutiert wissen will, ließ sich – zumindest in der Sitzungsvorlage der Kreisverwaltung – auf einer Seite darstellen. Ganz oben auf der Liste: Das Verkehrsangebot auf der Achse Bruchhausen-Vilsen/Syke/Stuhr/Bremen. Denn der Entwurf sieht Trennungen, Verknüpfungen und neue Busse vor – wie den Regionalbus 102 von Bremen nach Syke, der mit dem Regionalbus 150 von Syke nach Bruchhausen-Vilsen verknüpft werden soll. „Macht das Sinn?“, hinterfragte CDU-Fraktions chef Volker Meyer diese Strategie. Denn zwischen Syke und Bremen gebe es doch eine gute Bahnverbindung.

Der Bus bediene aber auch, so gab Franka von Seck zu bedenken, Ortschaften ohne Bahnanschluss. Für Regionalbuslinien zwischen Stuhr und Bremen sieht der Entwurf einen Bruch vor, wenn die Straßenbahnlinie 8 kommt. „Das ist auf das Jahr 2016 gemünzt“, erläuterte Erster Kreisrat Wolfram van Lessen, „dann müssen wir wirklich darüber reden, was noch wirtschaftlich ist“.

Nur noch am Schülerverkehr soll sich zukünftig die Line 170 orientieren, die von Wagenfeld nach Diep holz führt. Dem FDP-Fraktionsvorsitzenden Rolf Husmann war ein direkter Anschluss der Linie 133 enorm wichtig, weil sie eine entscheidende Verbindung für den Raum Kirchdorf nach Diepholz ist. „In Ströhen gibt es zurzeit zwei getrennte Haltestellen“, kritisierte Husmann. Das müsse geändert werden, nur so könnten Schüler aus Kirchdorf ihre Schule in Diep holz pünktlich erreichen. Außerdem gab Ulf Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen) zu bedenken, dass die Schulbusse zwischen Bruchhausen-Vilsen und Syke oft überfüllt seien.

Unabhängig davon: Den Bahnhof in Lembruch mit neuem Leben zu füllen, wie es sich die Samtgemeinde wünscht, steht nicht in der Fortschreibung – wohl aber ein Prüfauftrag dafür, wie der öffentliche Personennahverkehr am Dümmer verbessert werden kann. Volker Meyer empfand es ohnehin als zielführender, die Dümmerregion per Bus zu erschließen.

Noch ist die politische Diskussion nicht abgeschlossen. Am 5. Oktober ist das Nahverkehrsplanungs-Paket noch einmal Thema im Kreisausschuss. Das letzte Wort hat die Verbandsversammlung des Zweckverbands Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen. Sie soll es im Dezember beschließen. · sdl

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