Neues Gesetz ab 1. Juli in Kraft / Meldepflicht und Sachkundenachweis

Hundeliebe geht durch die Geldbörse

Syke/Diepholz - Von Katrin Pliszka. Der erste Juli ist Stichtag für das neue niedersächsische Hundegesetz (NHundG), das der Landkreis im Auftrag des Landes umsetzt.

Wer einen Vierbeiner hat, oder sich einen anschaffen will, muss künftig einige Formalien beachten und mit zusätzlichen Kosten für das vierbeinige Familienmitglied rechnen. Neu sind insbesondere die Meldepflicht beim Zentralen Hunderegister in Oldenburg und der Sachkundenachweis für Hundehalter, auch „Hundeführerschein“ genannt.

„Damit einher geht die Hoffung beim Land, dass die Gefahren, die von Hunden ausgehen, minimiert werden“, berichtet Thorsten Abeling vom Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz. „Wir bekommen jede Woche zwei, drei Anzeigen wegen Beiß-Attacken herein. Zudem haben wir derzeit 25 laufende Verfahren wegen solcher Vorfälle“, berichtet der Verwaltungsmitarbeiter. Dabei seien die Fälle nicht erfasst, die intern geregelt würden, ergänzt Landrat Bockhop, zum Beispiel, wenn ein Hund innerhalb einer Familie zugebissen hätte.

Bockhop vergleicht das neue Gesetz gern mit dem Kraftfahrtbundesamt. Wie beim neuen Auto auch, müssen Hundebesitzer ihr Tier ab 1. Juli im zentralen Hunderegister anmelden. Wieviele Tiere das im Landkreis betrifft, ist unklar, da sie nicht zentral, sondern in den einzelnen Kommunen erfasst werden. Zudem geht die Verwaltung von einer hohen Zahl nicht angemeldeter Hunde aus. Bockhop schätzt, dass es ein paar tausend Hunde im Kreisgebiet gibt. Das neue Hunderegister erfasst gegen eine Gebühr Daten von Tier und Halter. Melden kann man sich schriftlich, per Telefon oder auch online (s. Kasten). Aktiv werden müssen Besitzer, bevor ihr Hund den siebten Lebensmonat beendet. Ist der Hund am 1. Juli älter als sechs Monate, seien diese Angaben binnen eines Monats nach Beginn der Hundehaltung zu machen, zitiert Abeling das Gesetz.

Das Register soll ab Mitte Juni einsatzbereit sein. Dort sind auch Änderungen zu melden, zum Beispiel eine neue Anschrift, der Verlust des Hundes oder wenn der Besitzer den Hund abgibt. Wer das Register umgeht oder die Angaben zu spät oder unvollständig macht, begeht eine Ordnungswidrigkeit, betont Abeling. Die korrekte Nutzung des Registers zu überprüfen, soll Aufgabe der Kommunen werden. „Wer sich also neu einen Hund ins Haus holt, muss ihn chippen lassen, bei der Gemeinde anmelden und ihn dann ins zentrale Register eintragen lassen“, fasst Abeling die nötigen Behörden-Gänge zusammen.

Neuerung Nummer zwei ab Juli ist der Sachkundenachweis für Hundehalter. „Den muss künftig jeder Halter erwerben und auf Nachfrage der Gemeinde vorlegen können“, so Abeling. Ausnahme: Wer bereits Hunde habe und belegen kann, dass er in den vergangenen zehn Jahren über zwei Jahre hinweg mindestens einen Hund hatte, muss diesen Nachweis nicht neu erwerben. „Da gilt der Nachweis als vorhanden“, so Abeling. Als Belege könnten zum Beispiel die Unterlagen über gezahlte Hundesteuern dienen. Weitere Ausnahmen bestünden für spezielle Berufsgruppen wie Jäger oder speziell ausgebildete Tiere wie Blindenhunde.

Diese Regelung bringt für den Landkreis allerdings ein praktisches Problem mit sich: „Nur vom Landwirtschaftsministerium anerkannte Prüfer dürfen diese theoretische und praktische Prüfung abnehmen“, erklärt Abeling. „Wir haben davon nur drei im Kreis – je einen in Weyhe, Diepholz und Siedenburg.“ Auf diese drei kommen im Extremfall tausende Anfragen von Hundebesitzern zu, die den erforderlichen Nachweis erwerben wollen. Bei Haltern, die erstmals ein Tier haben, muss dies laut Gesetz ja bis 1. August erledigt sein.

Ist das praktikabel? „Wir haben sehr, sehr viele Besitzer, die zum 1. Juli ihre Sachkunde nachweisen werden wollen“, bestätigt Bockhop. „Wir suchen nach einer lebensnahen Lösung“, verspricht er. Trotz der zu erwartenden Probleme sei der Landkreis Diepholz verpflichtet, das Gesetz anzuwenden.

Niedersächsisches Hundegesetz

Das zentrale Hunderegister in Oldenburg für die Anmeldung der Hunde ist zu erreichen unter Telefon 0441/39010400. Hinterlegt werden Name und Anschrift des Halters, Geschlecht und Geburtsdatum des Hundes sowie Rasse und Chip-Nummer.Genaue Infos zu Kosten und Online-Registierungen unter http://www.hunderegister-nds.de Die häufigsten Fragen und Antworten zum seit 1. Juli nötigen „Sachkundenachweis zum Halten und Führen eines Hundes“ listet das Landwirtschaftsministerium auf unterhttp://www.ml.niedersachsen.deKosten bei Erstanschaffung:ca. 13 Euro fürs Chippen, 14,50 Euro Online-Registrierung, 2,75 Euro (19 % Mehrwertsteuer), ca. 50 Euro Hundehaftpflicht/Jahresbeitrag. Das ergibt „Grundkosten“ von rund 80,25 Euro. Hinzukommen Ausgaben für Futter und Hundesteuer.

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