Kappe der Windmühle in Labbus wird zur Restaurierung abgenommen

Holländer lüftet den Hut...

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Der Zwölf-Tonnen-Koloss wird behutsam abgesetzt.

Sulingen - Matthias Möller und seine Mitarbeiter leisteten am Donnerstagmorgen im wahrsten Sinne Schwerstarbeit. Es vergingen vier Stunden Vorbereitung, bis die Mühlenbauer aus Rahden-Tonnenheide die Kappe der Labbuser Mühle „am Haken“ hatten und den zwölf Tonnen schweren Koloss behutsam auf der Paletten-Konstruktion auf dem Hof absetzten konnten.

Die Abnahme der Mühlenkappe war nach der Demontage der Jalousieflügel ein weiterer Schritt im Rahmen der notwendigen Restaurierung. Durch Witterungseinwirkung waren Schäden an der Vorder- und Rückwand der Kappe aufgetreten. Schon im Vorfeld war klar, dass Flughölzer und Windbalken, tragende Hölzer der Kappe, ausgetauscht werden müssen. Ebenfalls auf der Mängelliste standen die Dachbedeckung, die Kappengalerie und die Windrosen, die die automatische Drehung der Kappe in den Wind ermöglichen.

Die vorhandene Substanz soll so weit wie möglich erhalten bleiben. „Wir haben Glück, dass die historische Technik im Inneren relativ gut in Schuss sind. Bremse, Bunkler und Königswelle sowie Sparren und Balkenwerk des Kappendachs müssen wahrscheinlich nur überholt werden“, sagt Aileen Hansing. Ihre Familie hatte den Galerieholländer 2006 erworben, um ihn mit Unterstützung des „Mühlenvereins Labbus“ zu restaurieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Mit viel Eigenleistung und Spendengeldern wurden bereits etliche Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Nach Abschluss der Sanierung der Kappe, der Jalousieflügel und der Galerie könnten sich die Flügel wieder drehen. Erklärtes Ziel: „In zwei Jahren soll die Mühle Labbus wieder technisch funktionsfähig sein – als eine der wenigen im Landkreis Diepholz.“

Vor sechs Jahren hatte man dieses Projekt mit rund 150 000 Euro kalkuliert. Man werde jetzt ein aktuelles Gutachten einholen und noch einmal rechnen, sagt Aileen Hansing: „Wenn wir genau wissen, was zu tun ist, werden wir einen Restaurierungsplan aufstellen und Angebote einholen.“ Sie geht davon aus, dass die Restaurierung der Flügel und die Eindeckung der Kappe in Eigenleistung erfolgen kann. Für weitere Maßnahmen werden Geldgeber gesucht. Man hoffe, das Projekt mit einer Mischfinanzierung aus Eigenmitteln, Spenden und öffentlichen Geldern zu realisieren.

Anfang der 1950er Jahre sei das Dach zum letzten Mal neu eingedeckt worden, erklärte Aileen Hansing. Sie lobte die gute handwerkliche Arbeit: „Das Dach ist zwar marode, aber es hat sehr lange gehalten. Die Mühle ist im Inneren immer trocken gewesen – nur deshalb ist sie heute noch in so einem guten Zustand.“ · mks

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