Der Leester Modelleisenbahn-„Freak“ Joachim Kühlinger baut seit zehn Jahren an einer Anlage

Ein Hobby fürs Leben

Joachim Kühlinger ist leidenschaftlicher Modellbahner, und hebt sich von gewöhnlichen „Teppicheisenbahnern“ ab.

Weyhe - LEESTE (bos) · Im Jahr 1959 bekam der damals dreijährige Joachim Kühlinger zu Weihnachten das erste Gleisoval, eine kleine elektrische Lok, drei Personenwagen, drei Güterwagen, alles liebevoll auf einer kleinen Holzplatte montiert.

Dieses Weihnachtsgeschenk sollte ihn schicksalhaft durch sein weiteres Leben begleiten. Dank seiner Begeisterung für dieses Spielzeug gab es in den folgenden Jahren niemals Probleme mit der Auswahl von Weihnachts- und Geburtstagsgeschenken. Fortan wuchs die Anlage jedes Jahr ein Stück und hatte schnell das Plattenmaß von 110 mal 230 Zentimetern erreicht. „Viel mehr ist in der damaligen Mietwohnung einfach nicht drin gewesen“, erinnert sich der Leester.

Es kam der Tag, an dem seine gewachsenen Ansprüche im Kinderzimmer nicht mehr zu realisieren waren, und er fällte im Alter von 14 Jahren den Entschluss, die Anlage kurzerhand abzubauen und in Kartons zu verstauen. Es folgten andere Hobbys, wie Briefmarken, Schiffsmodellbau, Führerschein und Tanzen.

In der ersten eigenen Wohnung in Moordeich besann er sich wieder seines früheren Steckenpferdes. Im Jahr 1988 bezog die Familie Kühlinger dann ihr erstes eigenes Haus. Von nun an begann das Hobby richtige Formen anzunehmen. Der Dachboden wurde zu einer einzigen Modellbahnanlage. Auch bei dem zweiten Haus, das die Familie im Jahr 2000 in Leeste gebaut hatte, begannen die Planungen mit der Grundfläche des Dachbodens.

Ein Kollege hatte die Idee, eine Interessengemeinschaft von Modellbahnern zu gründen. Seitdem bauen die Mitglieder genormte Module, die bei sogenannten Spieltreffen zu einer riesigen, variablen Modellbahnanlage zusammengesteckt werden können. „Ich habe mir einen Traum erfüllt und einen über neun Meter langen sechsgleisigen Bahnhof gebaut, der schon auf vielen Ausstellungen zu sehen war“, sagt Joachim Kühlinger.

Seit nunmehr zehn Jahren werkelt er an seiner vermutlich letzten Modellbahnanlage. Bis jetzt sind dort etwa 340 Meter Gleise auf verschiedenen Ebenen verlegt. Über 500 Bäume, alle selbst in Eigenarbeit erstellt, verzieren die Landschaft. Ein großer Teil ist inzwischen fertig, andere Abschnitte sind in der Mache oder in Planung. „Die Anlage wird wohl immer eine Baustelle bleiben.“ Dass er mitunter gehänselt wird, er spiele noch mit der Eisenbahn, nimmt er gelassen, Er gehöre schließlich nicht zu den „Teppicheisenbahnern“, die ein paar Gleise zusammenstecken, um darauf Züge im Kreis herumfahren zu lassen. Hinter dem Hobby stecke schon ein bisschen mehr.

Wie in vielen Vereinen ist auch bei den Modellbahnern der Nachwuchs ein Problem, so ist er glücklich, dass er einen seiner zwei Söhne habe für dieses Hobby begeistern können. Adrian Kühlinger (22) ist zuständig für das Spezialgebiet Umbau und Veredelung von Serienprodukten.

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