Marlies und Jörg Gabriel betreuen in Afrika das Schul-Projekt der Rotarier / Benefiz-Frühstück

Hilfe zur Selbsthilfe statt Schläge

Jörg Gabriel berichtete den Rotariern über die Hatari-Lodge und die Projekte der Momella-Stiftung.

Br.-Vilsen - (ah) · Der Rotary-Club Bruchhausen-Vilsen wird sich auch nach dem Bau eines Schulgebäudes im afrikanischen Momella (Tansania) engagieren. „Wir wollen das Projekt am Laufen halten“, meinte Rotarier Jörn Nordenholz am Sonntagvormittag während des „Momella-Benefiz-Frühstücks“ im Forsthaus Heiligenberg in Bruchhausen-Vilsen.

Es war ein Signal in Richtung Marlies und Jörg Gabriel, die das Projekt „Watoto-Momella“ (Kinder Momellas) vor Ort betreuen und eigens für die Veranstaltung im Forsthaus nach Deutschland gekommen waren.

Dank des Engagements der Rotarier erhalten zurzeit 22 Kinder im Vorschulalter gute Startchancen in einem der ärmsten Länder der Welt. Die Engländerin Kate Sillars unterrichtet sie vormittags nach der Methode der italienischen Pädagogin Maria Montessori. „Die Methode hilft dem Kind, sich selbst zu helfen“, erklärte Marlies Gabriel. Davon könne in der staatlichen Dorfschule Momellas mit ihren 600 Kindern keine Rede sein. Bei über 100 Schülern pro Klasse funktioniere der Unterricht nur über Disziplin. Und Disziplin heiße: Schläge. „Noch in der siebten Klasse können die Kinder kein Englisch“, meinte Marlies Gabriel. In der Preschool des „Watoto-Momella“-Projekts hingegen würden sie zweisprachig erzogen, in Englisch und Suaheli.

Die gebürtige Namibierin weiß: Mit der Eröffnung der Schule im August dieses Jahres ist es für die Kinder nicht getan. Nach dem Motto „Sponsor a kid“ möchte sie bereits jetzt Mittel für die weitere Entwicklung der Sprösslinge einwerben. Der Besuch einer Primary School sei teuer, ebenso wie der Bus transport dorthin.

Hinzu kommen das Material für den Montessori-Unterricht sowie die laufenden Kosten für den Schulbetrieb. Letztere werden nach Auskunft von Marlies Gabriel noch steigen, wenn die Mittagsverpflegung für die Kinder steht. Dafür bedarf es noch eines gesonderten Gebäudes für die Küche und den Speisesaal.

Darüber hinaus ist eine Erweiterung des Schulgebäudes zu einem „Community Centre“ geplant – ein Treffpunkt für Erwachsenenbildung und Gesundheitsvorsorge.

Bereits sichergestellt ist laut Rotarier Klaus Platz die Finanzierung eines Spiel- und Fußballplatzes für alle Kinder und Jugendlichen des Dorfes sowie – für zunächst drei Jahre – ein Wasserprojekt, dass den Dorfbewohnern die zentrale Entnahme von fluoridfreiem Trinkwasser ermöglicht. Für diese frohe Botschaft erntete Platz den Beifall des Ehepaars Gabriel.

„Watoto-Momella“ ist nur eines von acht Projekten, für das die Gabriels die Momella-Stiftung gegründet hatten. Sie helfen auch Frauen aus der Region („Mama Momella“), Kleinbauern („Bwana Momella“) und Elefanten („Shu’mata Elephant Patrol“). Hauptberuflich aber sind sie Hoteliers. Mit der Eröffnung der Hatari Lodge hatten sich die beiden im Jahr 2004 einen Lebenstraum verwirklicht. Die Gebäude hatten einst die Kulisse für den Film „Hatari“ mit Hardy Krüger gebildet, der selbst lange dort gewohnt hatte. Zu den Gästen der Gabriels gehörten auch mal Jörn Nordenholz und dessen Frau Christine. Die beiden waren so schnell von „Watoto-Momella“ infiziert, dass Nordenholz noch auf dem Weg zum Flughafen seine damalige Rotary-Präsidentin Adelheid Brüning anrief: „Adelheid, wir müssen ein Auslandsprojekt machen.“ Und so kam es auch.

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