„Theater Pur“ bescherte seinen Gästen im Leester KGS-Forum einen gelungenen, mitunter bissigen Comedy-Abend

Herrlich live und dosenfutterfrei

Profihafte Wandlungsfähigkeit, viel Spielfreude: Das „Theater Pur“ unterhielt das Leester Publikum wieder sehr gut.

Weyhe - WEYHE (ak) · Wieder einmal hat das „Theater Pur“ seiner großen Fangemeinde in Weyhe und umzu gezeigt, wie herrlich Comedy als Live-Veranstaltung sein kann – statt als Dosenfutter im heimischen Pantoffelkino.

Sehr gut gefüllt mit einem erwartungsfrohen Publikum zeigte sich das Forum der KGS Leeste am Wochenende bei der Inszenierung von „Wir haben noch nicht fertig“. Trotz der kleinen sprachlichen Abwandlung des legendären Satzes von Bayern Münchens früherem Trainer Giovanni Trapattoni stand wie damals das Lachen im Vordergrund.

Das blieb so einigen Zuschauern bei der Begrüßung im Halse stecken, als „Mutti“ quer durchs Forum nach ihrem „Peter“ rief und damit an das berühmte Hotel Mama erinnerte. Nach kurzem Durchatmen ging der Vorhang auf und gab den Blick auf ein weihnachtliches Wohnzimmer frei, das in den kommenden Stunden nicht nur einen hübsch geschmückten Weihnachtsbaum erhielt, sondern eine erstaunliche Verwandlungsfähigkeit zeigte.

Die am Abend reichlich fließenden Lachtränen traten auch beim Sketch über die gepflegte Konversation mit vielen Fremdwörtern ihre gefragte Produktion an. „Bevor ich mich integrieren ließe, würde ich Kalahari machen“, war eine deutliche Aussage, die ihre Wirkung in den Zuschauerreihen nicht verfehlte. Christian Pesch schlüpfte nicht nur gekonnt in die Rolle als überforderter Hausmeister, sondern zog alle Register als wahrhaft schauriges Monster in einer vorzüglich gemachten Maske. Ein Fernsehabend mit kaputtem Fernseher ließ tief ins Eheleben blicken. Und Alfred Tegtmeier (ein hervorragender Ralf Stege) philosophierte über die Schönheit schlechthin. Begeisterung herrschte vor der Bühne auch, als es um Doppelnamen für Frauen ging. Einfach super, wie sich da frau selber auf den Arm nahm und mit unmöglichen Namenskombinationen jonglierte. Nicht fehlen durfte Loriot im Programm. Ob Frühstücksei oder die Liebe im Büro – es gibt eben Stücke, die kann man immer wieder sehen. Dazu gehört wohl auch „Dinner for one“. Das kam beim „Theater Pur“ auf Plattdeutsch daher und verfehlte ebenfalls nicht seine Wirkung.

Kurzum: Das Ensemble zeigte eine profihafte Wandlungsfähigkeit, gepaart mit viel Spielfreude. Davon bekamen auch Marike Rüter und Viola Kneppel einiges mit. Erstmals standen sie als „Kussmündchen“ auf der Bühne.

„Wir haben noch nicht fertig“ war ein Abend voller gut gemachter, mitunter bissiger Comedy, dargeboten von den tollen Darstellern Christian Haase, Janis Häseker, Maike Kuhn, Christian Pesch, Marco Picklapp, Irene Häseker, Margret Hermes, Joe Mensah, Mascha Petrova, Mauela Rüter, Ralf Stege und den beiden „Küken“ Marike Rüter und Viola Kneppel; Techniker war Arne Suhl.

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