Aktionsbündnis stellt Weichen

Herbstfest: Anreise per Bahn?

Mitglieder des Aktionsbündnisses am Sonnabend beim Arbeitseinsatz auf dem Gelände des Sulinger Bahnhofes.

Sulingen - Die „Initiative Sulingen“ bittet zum „Verkaufsoffenen Sonntag“ – und Gäste aus Syke, Bassum, Twistringen, Diepholz oder auch Barenburg reisen per Zug an. Utopie? Mitnichten. Das Aktionsbündnis Eisenbahnstrecke Bassum-Bünde will das Projekt schon zum Sulinger Herbstfest (2. Oktober) umsetzen. Matthias Huck, Vorsitzender des eingetragenen Vereins: „Die Genehmigung zur Benutzung der Trassen ist beantragt.“

Partner des Aktionsbündnisses ist der „Deutsche Eisenbahn-Verein“ mit Sitz in Bruchhausen-Vilsen, der einen Triebwagen mit Beiwagen zur Verfügung stellt und – laut Matthias Huck – auch das Genehmigungsverfahren eingeleitet hat.

„Wann der Zug wo hält, ist noch offen“, sagt der Vorsitzende. Festgelegt habe man allerdings schon die Reiseroute. Demnach starte der Triebwagen mit Beiwagen vormittags am Bahnhof in Syke und steuere danach die Haltestellen Bassum, Twistringen, Barnstorf und Diepholz an, mache Halt am Bahnhof Rehden / Wetschen, in Barver, Wehrbleck sowie in Groß Lessen und soll pünktlich zu Beginn des „Verkaufsoffenen Sonntags“ in Sulingen eintreffen.

Während die Fahrgäste in Sulingen über das Herbstfest bummeln wird der Triebwagen mit Beiwagen zwischen Sulingen und Barenburg pendeln. „Viermal“, sagt Huck.

Für den Vorsitzenden des Aktionsbündnisses dienen die Sonderfahrten der Öffentlichkeitsarbeit. „Wir wollen auf unsere Arbeit und Ziele aufmerksam machen, vielleicht auch neue Mitglieder werben. Am wichtigsten scheint es uns aber, die Sulinger an das Gefühl zu erinnern, in der Stadt über einen Bahnhof zu verfügen.“

An die 45 Mitglieder zählt das Aktionsbündnis aktuell. Gut zehn von ihnen trafen sich am Sonnabendmorgen auf dem Gelände des Sulinger Bahnhofs zum Arbeitseinsatz. Matthias Huck: „Der Sonderzug soll am 2. Oktober über das Gleis vier einfahren, dazu haben wir Bahnsteig drei wieder begehbar gemacht.“

Gestrüpp und Stolperfallen wurden beseitigt, die Gehwege der Bahnsteiganlage ausgebessert. „Für einen schönen Empfang der Gäste der Stadt“, hieß es aus den Reihen der Aktivisten.

Die hoffen nach wie vor, dass die Sonderfahrten am 2. Oktober keine Eintagsfliege bleiben. Erst Ende August hatten Vertreter des Aktionsbündnisses bei einem Ortstermin mit Sulingens Bürgermeister Harald Knoop Möglichkeiten erörtert, wie die von der Stadt Sulingen geplante Verbindungsstraße zwischen Kreisel am Kaufhaus Ranck und nördlicher Entlastungsstraße sowie ein möglicher Bahnverkehr nebeneinander existieren könnten. „Ein Termin, zu dem wir unsere Arbeitsergebnisse zusammentragen, steht noch aus“, sagte Huck am Sonnabend in Sulingen.

Der Vorsitzende bekräftigte beim Ortstermin die Absicht des Aktionsbündnisses, eine Betriebsgesellschaft ins Leben zu rufen, die die Streckenabschnitte Ströhen-Barenburg, Sulingen-Bassum und Sulingen-Lohe von der Deutschen Bahn übernimmt. Huck: „Bis tatsächlich wieder Personenverkehr auf Sulinger Schienen stattfindet, ist dann aber noch eine Menge Lobbyarbeit erforderlich...“ · oti

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