„Alle Bürger profitieren davon“

Heiligenfelde jetzt ökologisch wertvoller

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Nahmen gestern die letzten Wegebaumaßnahmen in Augenschein (von links): Kurt Löffler (Projektleiter beim Amt für Landentwicklung in Sulingen), Lars Brunßen (Stadt Syke), Karl-Heinz Thiele (Geschäftsführer Verband der Teilnehmergemeinschaften VTG Sulingen), Ulf Bochnig (Geschäftsführer BTS Straßenbau), Heiner Hartje und Klaus Thiele (Bauleiter VTG Sulingen). ·

Heiligenfelde - Von Michael Walter. „Die meisten Leute denken beim Begriff Flurbereinigung: Da werden die Feldwege neu gemacht, damit die Bauern besser auf ihre Felder kommen können“, sagt Heiner Hartje. „Dabei ist Flurbereinigung viel mehr. Alle Bürger profitieren davon.“

Für Hartje war der gestrige Ortstermin wohl einer der letzten in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Heiligenfelder Teilnehmergemeinschaft an der Flurbereinigung. Der Papierkram dürfte sich zwar noch bis 2014 ziehen, die praktischen Arbeiten aber sind abgeschlossen. Gestern trafen sich Vertreter der Hauptbeteiligten, um die Wege zu besichtigen, die im letzten Bauabschnitt erneuert worden sind.

Also doch Feldwege!

„Auch, aber eben nicht nur“, sagt Hartje und zählt auf: Flurbereinigung – das bedeute eben immer auch eine ökologische Aufwertung der betroffenen Gebiete. „Wir haben Bäume gepflanzt, wo vorher keine waren. In Hoope sogar eine Obstbaum-Allee.“ Die Stadt hat mit Hilfe der Flurbereinigung außerdem etwa zehn bis zwölf Hektar Flächen für Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen erwerben können. Unter anderem eine Fläche für einen Babywald im Bereich Moosenweg / Reerßer Straße. Und schließlich sind die erwähnten Feld- und Wirtschaftswege immer auch Spazier- und Radwege.

Das Verfahren vergleicht Heiner Hartje mit einem Puzzle: „Alle Teilnehmer werfen ihre Flächen sozusagen in einen Topf. Von neutraler Stelle wird dann versucht, diese Flächen so neu aufzuteilen, dass alle einen Vorteil davon haben.“ Im Idealfall hätte ein Landwirt danach vielleicht zwei große Felder statt fünf kleine.

Nach diesem Prinzip hat die Stadt beispielsweise  einige Flächen rechts der Hache von privaten Inhabern im Tausch übertragen bekommen. „Ökologisch äußerst wertvoll“, kommentiert das Lars Brunßen vom Syker Bauamt. Grund: Das Hachetal ist in diesem Bereich Naturschutzgebiet. Durch den Tausch kann die Stadt jetzt vermeiden, dass der unmittelbare Uferbereich landwirtschaftlich genutzt wird.

Im Zuge des Verfahrens wurden auch einige neue Wanderwege-Verbindungen geschaffen. Zum Beispiel gibt es jetzt einen durchgehenden Weg von Im Fange (Clues) zum Nienstedter Leichenweg (Henstedt). Das war bisher nie möglich, da der Weg unweigerlich über privates Gelände geführt hätte. Ein geringfügiger Flächentausch brachte hier die Lösung.

2006 ist das Flurbereinigungsverfahren eingeleitet worden. In mehreren Bauabschnitten sind dabei insgesamt zwölf Kilometer  Wege ausgebaut oder erneuert worden. Von den gut 1,4 Millionen Gesamtkosten sind etwa 1,2 Millionen in den Wegebau geflossen. Diese Summe setzt sich zusammen aus 65 Prozent Fördergeldern von EU, Bund und Land sowie 35 Prozent aus dem Budget der Teilnehmergemeinschaft. Der Anteil der Stadt Syke daran beträgt etwa 200 000 Euro. Gut investiertes Geld, wie Lars Brunßen findet. „Die Stadt hat dafür durch das Flurbereinigungsverfahren einen erheblich höheren Gegenwert erhalten.“

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