Kreishandwerksmeister Heinz-Hermann Hansemann zieht Bilanz / Belebung durch Konjunkturpaket II

Für Handwerk kein Krisenjahr

Kreishandwerksmeister Heinz-Hermann Hansemann.

Landkreis - · 2009 – kein Krisenjahr im Handwerk, aber ein schwieriges Umfeld. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat nach den Worten von Kreishandwerksmeister Heinz-Hermann Hansemann, Stuhr, sehr unterschiedliche Auswirkungen im Handwerk nach sich gezogen.

„Die nachlassende Industrieproduktion hat sich besonders fatal unter anderem in dem Bereich Metallbau ausgewirkt, denn sie schlug unmittelbar auf die handwerklichen Zulieferer durch“, so der Kreishandwerksmeister. „Dies konnte auch nicht mit Aufträgen aus anderen Bereichen kompensiert werden, so dass die Betriebe erheblich zu kämpfen haben.“ Zwar könne die Situation durch Kurzarbeit gemildert werden. Aber dauerhaft könne nur eine nachhaltige Verbesserung der Auftragslage bei den industriellen Auftraggebern weiterhelfen.

Der Bau- und Ausbaubereich hingegen habe sich behaupten können: „Das Konjunkturpaket II der Bundesregierung hat mit seiner praxisnahen und recht zügigen Umsetzung in unserer Region zu spürbaren Mehraufträgen geführt. Nicht jeder Betrieb konnte davon profitieren, aber es sind doch diverse Aufträge an unsere Mitglieder vergeben worden – auch überregional“, so der Kreishandwerksmeister. Deutliche Zurückhaltung ist zwar bei den privaten Auftraggebern in diesen Gewerken zu spüren. Die energetische Gebäudesanierung und die entsprechenden Förderprogramme seien jedoch ein wichtiger Ansatz, der Anreize für Investitionen bei Privatkunden setze.

Die Wirtschaftskrise treffe das Handwerk nicht in dem Ausmaße wie die Industrie. Trotzdem gibt es nach den Worten des Kreishandwerksmeisters auch im Handwerk keinen Grund zu frohlocken. „Wir haben“, so Hansemann, „eine Wirtschaftskrise zu Beginn dieses Jahrzehnts durchlebt, die immer noch nachwirkt – diese wurde von der damaligen Bundesregierung ignoriert und zum Teil sogar gefördert.“ Dass vor Jahren in diversen Gewerken ohne Meisterprüfung Betriebe gegründet werden konnten, sei als großer Fortschritt verkauft worden. Aber: Immer mehr Betriebe hätten sich um eine zurückgehende Zahl von Aufträgen gedrängt. „Das Ergebnis waren rückläufige Beschäftigtenzahlen und ein rückläufiges Ausbildungsplatzangebot.“ Aber Arbeitslosen könne bei dieser Rechtslage immerhin die Existenzgründung empfohlen werden: „Staatlich gefördert und unabhängig davon, ob eine Betriebsführung tatsächlich geleistet werden kann.“ Dass damit in vielen Bereichen „unauskömmliche Angebote provoziert werden“, habe die Politik jahrelang in Kauf genommen. Zumindest hat die Politik jetzt aber erkannt, dass die Mehrzahl der Arbeitsplätze im Mittelstand geschaffen werde. Das Konjunkturpaket II sei daher eine sehr sinnvolle Maßnahme auch für die Betriebe in unserer Region. „Problematisch sind allerdings zum Teil die Konditionen, die Banken unseren Mitgliedsbetrieben zur Finanzierung anbieten“, so Hansemann. „Sie liegen oftmals zehn Prozentpunkte über dem Zinssatz, den die Banken selbst der Europäischen Zentralbank hierfür zahlen müssen.“ Der Kreishandwerksmeister fordert: „Hier gibt es Spielräume, die genutzt werden sollen. Gerade im Handwerk sind die Betriebe auf günstige Zinsen angewiesen, um Aufträge vorfinanzieren zu können.“

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