Figurentheater überzeugt mit spielerischer Leichtigkeit

Wie das halt so zugeht, im Märchen

Syke - SYKE (mwa) „Hach, Kinder, werdet ja nicht König!  Werdet lieber Vater oder Mutter!“ – Der Mund, aus dem diese Aufforderung kam, gehört einer knapp 1,60 Meter großen Stoffpuppe. Immerhin ist es ein königlicher Mund und weiß somit, was er da gesagt hat: Der Mund gehört dem König aus dem Stück „Rumpelstilzchen“, mit dem das Figurentheater Lille Kartofler am Sonnabend in der Wolfsschlucht gastierte.

Akteur hinter dieser und allen anderen Figuren ist  Matthias Kuchta. Ein  bisschen was hat er von Ernst Hilbich: Der gesamte Duktus, diese hell-heisere Stimme mit dem gelegentlichen Kieksen und dem fast ständig hörbaren Lächeln erinnert sehr an den Schauspieler, den die meisten wohl als die Stimme vom Sams aus der Augsburger Puppenkiste kennen dürften.

Kuchta braucht nur ein paar Sätze, um seine  Zuschauer in den Bann zu ziehen. In diesem Fall sind das um die 100 Kinder mit den entsprechenden Erwachsenen dazu.

Das Märchen vom Rumpelstilzchen erzählt er sehr frei, nur in groben Zügen am Grimm-Märchen orientiert und von etlichem Schwulst und Ballast befreit. Da fällt der König auch schon mal aus der Rolle und spricht sein Publikum direkt an: „Naja, du weißt ja, wie das so zugeht im Märchen…“

Obwohl er permanent hinter den Figuren zu sehen ist, verschwindet Kuchta praktisch aus der Aufmerksamkeit. So sehr füllt er König, Müller und Müllerstochter sowie das „Männlein“ mit dem geheimnisvollen Namen mit Leben.

Sein Publikum bezieht er permanent ins Spiel ein: Kuchta erwartet Antworten auf Fragen, Vollendungen von Reimen, Mitzählen… Und er bekommt all das mit zunehmender Spieldauer immer selbstverständlicher. Ein Kind spielt auf der Bühne ein Lagerfeuer, ein anderes im Publikum lässt auf Stichwort den Mond aufgehen („Wer von euch ist gut im Mondhalten? Nicht im Mundhalten, im MOND halten!“), alle anderen Kinder lassen auf Kommando die Sonne scheinen.

Und auch die Erwachsenen machen mit. Bis dahin dürften wohl die wenigsten von ihnen jemals in einem Theaterstück ein Tiefdruckgebiet dargestellt haben.

Beeindruckend, wie leicht das alles wirkt. Beeindruckend auch, mit welch Leichtigkeit Kuchta die gesamte Wolfsschlucht ohne jedwede elektrische Verstärkung beschallt. „Hier ist ja auch eine ganz gute Akustik“, druckst er erst ein bisschen herum, um dann zuzugeben: „Ich mache kontinuierliches Stimmbildungs-Training. Atemübungen, Gymnastik… Ohne das würde es nicht gehen. Die Stimme ist wie ein Instrument. Da müssen ja auch regelmäßig die Saiten gestimmt  werden.“

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