Prozessauftakt nach Autobahn-Unfall

„Habe noch nie Drogen genommen“

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Der schwere Unfall am 15. November 2011.

Stuhr / Syke - Von Alena Staffhorstund Dieter Niederheide. Hat der angeklagte Lkw-Fahrer vor seiner verhängnisvollen Fahrt auf der Autobahn 1 Drogen genommen oder nicht?

Diese Frage stand gestern im Mittelpunkt des Prozesses am Syker Amtsgericht, vor dem sich der 42-Jährige aus Bergkamen wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen verantworten musste. Strafrichterin ist in diesem Fall Petra Kutz.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Mann zur Last, in der Nacht des 15. November 2011 gegen 2.41 Uhr durch Unachtsamkeit zwischen der Auffahrt Brinkum und dem Stuhrer Autobahndreieck einen Unfall verursacht und damit den Tod von zwei Straßenwärtern verschuldet zu haben (wir berichteten). Die beiden Opfer waren damals 30 und 47 Jahre alt. Der Angeklagte war in der besagten Nacht mit seinem Sattelzug ungebremst auf die gut beleuchteten Fahrzeuge der Straßenmeisterei aufgefahren und danach gegen einen Schwertransporter geprallt. Die beiden getöteten Straßenwärter der Straßenmeisterei Wildeshausen waren im Einsatz, um einen defekten Schwertransporter abzusichern.

Nach der vierstündigen Verhandlung blieben jedoch noch Fragen offen: So zweifelt der Verteidiger des Mannes daran, dass die mehrere Stunden nach dem Unfall entnommene Blutprobe des Fahrers, die einen THC-Gehalt von 2,3 aufweist, tatsächlich von seinem Mandanten stammt. „Ich habe noch nie Betäubungsmittel eingenommen und trinke auch keinen Alkohol“, beteuerte der Angeklagte. Außerdem betonte er, keine Erinnerungen an den Unfall zu haben. Somit beantragte sein Verteidiger erfolgreich die Überprüfung der Blutprobe.

Die Richterin verschob den weiteren Prozess um drei Wochen. Zudem belastete ein Zeuge den Angeklagten damit, während der Fahrt auf einem Laptop einen Film geschaut zu haben. Das konnte nicht geklärt werden.

Sachverständiger: Laster war technisch intakt

Als Unfallanalytiker war der Kfz-Sachverständige und Diplom-Ingenieur Frank Häger anwesend. Er stellte fest, dass es keine technische Mängel an dem Sattelzug gegeben habe. Die Gefahrenstelle war Häger zufolge mit weit sichtbaren Warneinrichtungen ordnungsgemäß abgesichert, und schon einige hundert Meter vorher sichtbar.

Gehört wurde gestern zudem als Sachverständiger Professor Wolfgang Grellner, Rechtsmediziner aus Göttingen, zur Frage der Beeinflussung durch den festgestellten THC-Wert (Tetrahydrocannabinol). Er stellte fest, dass eine durch Cannabis beeinflusste Fahrweise nicht auszuschließen sei.

Schwerer Unfall auf der A1 - zwei Tote

Bei einem schweren Unfall auf der Autobahn 1 zwischen dem Autobahndreieck Stuhr (Kreis Diepholz) und der Anschlussstelle Brinkum sind in der Nacht zum Dienstag zwei Menschen ums Leben gekommen. Der Fahrer einer Sattelzugmaschine hatte einen liegengebliebenen Schwertransporter und Mitarbeiter der Autobahnmeisterei, die die Gefahrenstelle absichern wollten, übersehen und war in die Fahrzeuge gefahren.  © Mediengruppe Kreiszeitung / Jantje Ehlers
Bei einem schweren Unfall auf der Autobahn 1 zwischen dem Autobahndreieck Stuhr (Kreis Diepholz) und der Anschlussstelle Brinkum sind in der Nacht zum Dienstag zwei Menschen ums Leben gekommen. Der Fahrer einer Sattelzugmaschine hatte einen liegengebliebenen Schwertransporter und Mitarbeiter der Autobahnmeisterei, die die Gefahrenstelle absichern wollten, übersehen und war in die Fahrzeuge gefahren.  © Mediengruppe Kreiszeitung / Jantje Ehlers
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