Nach 77 Stunden Sport-Marathon ist der Marhorster Christian Masurenko wohlauf

„Habe die Nase voll von Tennis“

Nach dem Spiel liegen sich Christian Masurenko (mit Mütze) und Dennis Heitmann in den Armen.

Marhorst/Herford - Christian Masurenko hat die Nase voll von Tennis - zumindest für die nächsten Monate. „Ich glaube, ich muss mir einen anderen Sport suchen.“ Kein Wunder, denn hinter dem Marhorster liegen 77 Stunden Tennis-Spiel. Wie bereits berichtet, hat er zusammen mit Dennis Heitmann von Donnerstag bis Sonntag in Herford einen neuen Rekord aufgestellt.

Von den Strapazen hat er sich erstaunlicherweise ziemlich schnell erholt. „Es geht ganz gut“, antwortete er gestern auf die Frage nach seinem Gesundheitszustand. „Die Beine tun weh, ich habe überall mal Schmerzen, die Müdigkeit kommt in Wellen und ich bin unruhig, aber es geht mir gut“, so Masurenko.

Eines könne er mit Sicherheit sagen: Eine Wiederholung wird es nicht geben. „Ich bin an meine Grenze gekommen.“ Mehr wäre nicht drin gewesen. „Zumindest nicht bei mir. Dafür müsste ich viel zu viel in meinen Körper investieren.“

Zum ersten Mal in seinem Leben habe er Halluzinationen gehabt. „Das war irritierend. Der Platz ist gewandert, wurde größer und kleiner. Ich habe mich gewundert, warum wir plötzlich woanders spielen“, erinnert sich Masurenko. Derartiges sei aber ganz normal bei Schlafentzug.

Das Duo stand permanent unter ärztlicher Kontrolle. Untersucht wurde in den Pausen –   die Regeln besagen 60 Minuten Spiel, 5 Minuten Pause – nicht nur der körperliche, sondern auch der geistige Zustand. „Man wird nach seinem Namen gefragt, nach dem Datum und auch mal ganz unverbindlich in ein kurzes Gespräch verwickelt“, so Masurenko.

Da weder er noch Heitmann freiwillig aufgegeben hätten, hatten die Mediziner im Vorfeld den Auftrag bekommen, im Notfall abzubrechen. Sie mussten zum Glück nicht eingreifen.

Allerdings gab es einige Tiefs: „Erstaunlicherweise hatte ich das erste bereits in der ersten Nacht“, berichtet der Marhorster. „Da habe ich schon gedacht, dass geht in die Hose. Da hilft nur Zähne zusammenbeißen. Ich habe gedacht, jetzt hast du deine Klappe soweit aufgerissen. Da musst du durch.“ Ein weiteres Tief gab es Sonntagnacht. „Da war ich ganz übel drauf und habe rumgeschrien. Später habe ich mich erstmal bei den Umstehenden entschuldigt“, schmunzelt Masurenko. Niemand habe ihm das übel genommen. Derartige Ausbrüche waren vor vorneherein klar.

In solchen Situationen habe ihm vor allem seine Familie geholfen, sagt Masurenko. Aber auch allen anderen Freunden, Bekannten und Zuschauern, die ihn unterstützt, immer wieder mit Beifall aufgebaut haben und die dazu beigetragen haben, dieses Event auf die Beine zu stellen, möchte er Danke sagen. „Wenn es mal wieder ganz schlimm wurde, habe ich mich umgeschaut und viele bekannte Gesichter gesehen. Sie waren die ganze Zeit da und haben zugeguckt, obwohl wir zum Schluss absolutes Katastrophen-Tennis gespielt haben.“

Für Masurenko ist nicht der Rekord wichtig, sondern dass während des Turniers Spenden zugunsten des Cochlear Implant Centrums in Hannover gesammelt wurden. Die genaue Spendenhöhe steht noch nicht fest.

Viel Zeit, um sich zu erholen, bleibt dem Marhorster nicht. Bereits am Mittwoch fliegt er wieder nach Westafrika. Masurenko ist Betriebsleiter in einem Bergbaubetrieb.

al

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