Podiumsdiskussion: „Bündnis für Sulingen“ und „Zukunftswerkstatt“ stellen Bürgermeisterkandidaten öffentlich vor

Haarpracht, Körperumfang, Sportlichkeit

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Inoffizieller Auftakt zur Bürgermeisterwahl 2013: „Zukunftswerkstatt“ und „Bündnis für Sulingen“ stellen mit Frank Maatz, Dirk Rauschkolb und Matthias Sonnwald (v.l.) die drei bisher bekannten Kandidaten vor. ·

Sulingen - Von Carsten SchlotmannWerner Focke spricht am Ende der gut dreistündigen Podiumsdiskussion im Restaurant Dahlskamp von einer Bredouille, in die ihn die drei Kandidaten zur Wahl des Bürgermeisters der Stadt beim Versuch der eigenen Meinungsbildung gebracht hätten: Mit Dirk Rauschkolb habe er die Haarpracht gemein, mit Matthias Sonnwald den Körperumfang – und an Frank Maatz schätze er dessen Sportlichkeit. „Zukunftswerkstatt“ und „Bündnis für Sulingen“ hätten mit der ersten von zwei Veranstaltungen dieser Art einer breiten Öffentlichkeit die bis dato drei Kandidaten vorstellen wollen. 210 Zuhörer nutzen diese Möglichkeit am Donnerstagabend.

Neben Werner Focke von der „Zukunftswerkstatt“ sitzen mit Christian Eckstein und Claus Wilhelm Vocke vom „Bündnis für Sulingen“ zwei weitere Sparringspartner auf dem Podium. Publikum und Kandidaten trennen nur noch Helmut Weiß und Martin Hermann. Weiß nicht etwa als Moderator, sondern als Leiter des Talks, wie er sich selbst nennt. Hermann zeichnet die Diskussionsrunde auf, nicht nur im Ton, auch im Bild: „Scheibchenweise“ wolle man den Verlauf des Abends im World Wide Web präsentieren, sagt Weiß; wohl für die geschätzt 9 800 Wahlberechtigten, die nicht an dem Talk teilnehmen und ohnehin keinen Platz mehr im dicht besetzten Saal des Restaurants Dahlskamp gefunden hätten. Als „Zukuftswerkstatt“ und „Bündnis für Sulingen“ gibt man sich firm in der Nutzung neuer Medien, die schlussendlich auch für Transparenz stehen würden. Multimedia-Affinität hin, Multimedia-Affinität her: Dass die Lautsprecheranlage immer wieder krächzt, nervt – zumindest die Zuhörer, wahrscheinlich auch die Kandidaten.

30 Minuten Einleitung, inklusive persönlicher Vorstellungen der drei Bewerber. Die Anspannung bei Frank Maatz, Dirk Rauschkolb und Matthias Sonnwald wächst, soll im Verlauf des Abends aber weichen. Eckstein, Focke und Vocke nehmen ihre Tischnachbarn ins Kreuzverhör, tragen Fragen vor, die die Bürger ihnen souffliert haben. Die Internetauftritte der Bewerber werden analysiert: Frank Maatz will „gestalten, nicht verwalten“, Dirk Rauschkolb sieht sich „gradlinig, unabhängig, bürgernah“, Matthias Sonnwald würde im Fall eines Wahlsieges „gemeinsam mehr bewegen.“ „Baukästen“, sagt Werner Focke. „Mir fehlen Inhalte.“

Werte, die die Kandidaten leben, will Claus Wilhelm Vocke hören: Begriffe wie Ehrlichkeit fallen, wie Offenheit und Gerechtigkeit. Projekte sollen die Bewerber nennen, die sie in den vergangenen fünf Jahren umgesetzt haben. Rauschkolb nennt den Bezug des Siedenburger Amtshauses durch die Samtgemeindeverwaltung, Maatz die Gründung eines Stadtmarketing-Vereins in Meinerzhagen, Sonnwald die Zusammenführung von vier Schulen in der Samtgemeinde Marklohe zu zweien.

Öffentlicher Personennahverkehr ist Thema. Matthias Huck, Vorsitzender des Aktionsbündnisses zum Erhalt der Eisenbahnstrecke Bassum - Bünde, rutscht unruhig auf seinem Stuhl hin und her, wird beruhigt: Alle drei Kandidaten sprechen sich für die Reaktivierung aus, auch für den Erhalt der Sulinger Bäder, selbst in finanziell schwierigen Zeiten. Hans-Jürgen Levin, Vorsitzender des Fördervereins Sulinger Bäder. frohlockt.

Kurz und knapp sollen die Antworten sein, die Christian Eckstein auf die Frage hören will, warum ein jeder der drei Bewerber für das Amt des Bürgermeisters der geeignetste sei: „Weil ich es kann“, sagt Frank Maatz. Dirk Rauschkolb will sich „gerne einer neuen Herausforderung“ stellen, Matthias Sonnwald „mit dem Bürger das Beste für Sulingen erreichen.“

Während Werner Focke immer tiefer in die Bredouille gerät, packt die 20-jährige Amelie Sudhop zufrieden ihre Sachen ein. Sie beginnt am 1. August eine Ausbildung bei der Stadt Sulingen und wollte ihren zukünftigen Chef kennenlernen. Das hat sie, so oder so, höchstwahrscheinlich.

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