Museums- wie gebrauchstaugliche Modellautosammlung für die Grundschule Borstel

Grundstock kam aus der Grabbelkiste

Die Modellauto-Sammlung wird im Rahmen des Betreuungsangebots eingesetzt: Grundschulkinder mit Günther Henjes (rechts), Schulleiter Wilfried Grote und Lehrerin Jutta Roloff-Schaper.

Sulingen - BORSTEL (mks) · Günther Henjes widmete sich der Aufgabe, die ihm seine Lebensgefährtin Birgit Hohmann gegeben hatte, mit Akribie.

„Guck dir doch das mal an“, lautete die Bitte der damaligen Lehrerin der Grundschule Borstel, aber „beim Gucken blieb es nicht“, kommentiert der 78-Jährige schmunzelnd seinen Arbeitseinsatz. Nach einem Jahr Tüftelei konnte er der Schule eine perfekt sortierte und ebenso museums- wie gebrauchstaugliche Modellautosammlung übergeben.

Grundstock war eine „Grabbelkiste“ mit Modellautos vom Flohmarkt, die der Förderverein vor vier Jahren spendiert hatte. Einige der Oldtimer waren lädiert, vor allem aber fehlte es an einem praktikablen Sortiersystem für das Sammelsurium, um die „Schätze“ mit einem Handgriff wiederfinden zu können.

Knapp 80 Fahrzeuge hat Günther Henjes archiviert, übersichtlich „geparkt“ in 20 nummerierten Kartons. Sie sind in Spalten oder Zeilen untergliedert, ihr jeweiliger Inhalt fotografisch auf und in dem Deckel dargestellt - eine Anordnung, die sich auch Erstklässlern sofort erschließt.

Für Günther Henjes war die Entwicklung des Systems eine echte Herausforderung, Der gelernte Werkzeugmacher und studierte Maschinenbauer hatte als Konstrukteur und Ingenieur bei der Maschinenbaufirma Berstorff beruflich mit der Numerustechnik zu tun. Für den Schulbetrieb entwickelte er eine kindgerechte und nach seinen Angaben weltweit einzigartige Variante, mit der Nummern nicht einem Gegenstand, sondern seinem Platz zugeordnet werden.

Tatkräftige Unterstützung erhielt er von Otto Möller aus Borstel, der sich als zweiter Ruheständler in den Dienst der guten Sache stellte. „Er ist ein ausgezeichneter Handwerker, der außerdem Erfahrung aus der Autoindustrie mitbrachte“, erzählt Henjes. Möller habe nicht nur das Konzept für die Innenausstattung der Kartons perfekt umgesetzt, sondern viele Ideen eingebracht: „Er hat zum Beispiel die Spritze des Feuerwehrautos repariert – mit einem Ersatzteil, das er aus nicht-rostendem Federdraht selbst hergestellt hat.“

Die Sammlung kann noch erweitert werden. „Wir freuen uns über weitere Modelle“, bestätigte Günther Henjes, vor allem Mehrfunktionenautos seien „Mangelware“. Schulleiter Wilfried Grote, von so viel „leidenschaftlichem Engagement“ stark beeindruckt, dankte den rührigen Ruheständlern im Namen der Schule.

Dass das Sortiersystem praxistauglich ist, hat sich laut Jutta Roloff-Schaper schon bestätigt.

Sie nutzt das Material im Rahmen des erweiterten Betreuungsangebots in den Nachmittagsstunden. Wer die Hausaufgaben fertig hat, darf mit den „Minis“ ein paar Runden auf dem Verkehrs-Spielteppich drehen. Dafür nehmen die Kinder auch bereitwillig das Aufräumen in Kauf: ein absolutes Muss, das wiederum den Ordnungssinn schult.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

Neue Anlaufstelle für Motorradbegeisterte

Neue Anlaufstelle für Motorradbegeisterte

Neue Anlaufstelle für Motorradbegeisterte
Marktmeister wagt Prognose: „Der Brokser Heiratsmarkt findet statt. Punkt.“

Marktmeister wagt Prognose: „Der Brokser Heiratsmarkt findet statt. Punkt.“

Marktmeister wagt Prognose: „Der Brokser Heiratsmarkt findet statt. Punkt.“
Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte

Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte

Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte
Landkreis Diepholz stellt Verschrottungs-Verfahren gegen Barrier Ford-Besitzer ein

Landkreis Diepholz stellt Verschrottungs-Verfahren gegen Barrier Ford-Besitzer ein

Landkreis Diepholz stellt Verschrottungs-Verfahren gegen Barrier Ford-Besitzer ein

Kommentare