Helmut Behrens vom Heimatverein sammelt historische Postkarten / 300 verschiedene Ansichten aus Bassum

Grüße an den Nachbarn per Post

Regelmäßig schaut sich Helmut Behrens seine Alben an. Die Postkarten sind geordnet nach Straßenzügen.

Bassum - BASSUM (al) · Schreiben ist out: Wer sich heute Grüße schickt, tut dies entweder per Mail oder Handy. „Früher war das anders“, weiß Helmut Behrens, erster Vorsitzender des Bassumer Kultur- und Heimatvereins. Noch vor hundert Jahren schickten sich Menschen Grüße auch auf kürzeste Entfernungen – und zwar per Post. „Postkarten waren das Kommunikationsmittel des 19 Jahrhunderts“, so Behrens.

Sogar Bestellungen wurden auf diesem Weg aufgegeben. Mehrere tausend dieser Karten hat Helmut Behrens säuberlich in Alben geordnet. Der Vorsitzende des Heimatvereins ist leidenschaftlicher Postkartensammler.

„Mich interessieren vor allem historische Ansichten und zwar hauptsächlich aus Bassum“, erzählt er. Gut 300 Karten mit Motiven der Lindenstadt hat Behrens in seinen Alben – sortiert nach Straßenzügen. Die meisten stammen aus den Jahren von 1900 bis 1920. „Einige Straßen habe ich sogar komplett“, ist Behrens stolz und nennt unter anderem die Sulinger Straße und die Lange Straße.

Übliche Motive sind vor allem Gaststätten, Bäckereien und Geschäfte. „Karten waren eine gute Werbung“, weiß der passionierte Heimatforscher. Da es in Bassum früher allein vier Buchdruckereien gab, kamen häufig neue Karten auf den Markt. Das älteste Exemplar, das in Behrens Alben schlummert, ist von 1896 und zeigt die Klempnerei Brüggemann „Unter den Linden“. Die für ihn schönste ist eine Ansicht des Krankenhauses – anlässlich der Eröffnung im Jahre 1903. „Von diesen Karten gibt es nur ganz wenige, und jede ist ein Unikat, da die Vorderseite von einer Stiftsdame handbemalt wurde“, so der Vorsitzende.

Auf Messen und Börsen in ganz Deutschland kennt man den Sammler bereits. „Die wissen genau, wonach ich suche und wenn sie etwas über Bassum haben, legen sie es mir beiseite“, sagt Behrens, kritisiert jedoch: „Es ist manchmal beschämend, was einige Karten kosten.“ Für besondere Liebhaberstücke müsse man 20 bis 35 Euro hinblättern.

„Als ich mit dem Sammeln anfing, habe ich meine Kunden angesprochen und viele haben mir im Laufe der Jahre Karten mitgebracht“, erinnert sich der Frisör. Mittlerweile jedoch werden solche Mitbringsel seltener, weil es kaum Bassumer Karten gibt, die Behrens noch nicht besitzt. Und moderne Hochglanzansichten kommen nicht in seine Alben. Da ist er eigen.

Doch hin und wieder erlebt der erfahrene Sammler Überraschungen: „Als ich im Sommer zur 750-Jahr-Feier in Eschenhausen war, habe ich eine Karte aus Eschenhausen entdeckt, die ich bis dato noch nie gesehen habe“, so Behrens.

Um öfter mal ein Erfolgserlebnis zu haben, hat der Heimatforscher vor Jahren sein Sammelgebiet erweitert. „Ich habe auch Syke und Twistringen in meine Sammlung mit aufgenommen. Insgesamt besitzt er etwa 3000 Karten. Es könnten mehr sein, aber leider wurden viele Ansichten vernichtet. „Bei Umzügen oder in Todesfällen werden häufig alte Briefe, Karten und leider auch Fotos weggeworfen“, bedauert Behrens, der übrigens auch historische Fotos von Bassum sammelt. Hin und wieder hält er sogar Diavorträge. Sein Bitte: „Sollte irgendjemand alte Fotos aus Bassum nicht mehr haben wollen, ich würde sie mir gerne anschauen.“

Seine Schätze hütet er sorgsam. Die letzte Ausstellung ist 25 Jahre her. „Damals kamen mir im Kreismuseum zwei Karten abhanden“, ärgert er sich noch heute. Dennoch ist er einer erneuten Ausstellung nicht abgeneigt. Einige seiner schönsten Karten und Fotos finden sich übrigens in den historischen Kalendern, die der Kultur- und Heimatvereins jedes Jahr vor Weihnachten heraus gibt.

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