Das Theatre du Pain begeisterte im Gleis 1 mit witziger Comedy

Grüne Essiggurken zum „Urlaub vom Trauma“

Urlaub vom Trauma nicht ohne die Essiggurken. ·

Syke - Mit einem breiten Grinsen nahm die Fangemeinde des Theatre du Pain am Samstagabend voller Vorfreude Platz bis auf die letzten Stühle im Gleis 1 des Bahnhofs. Der „Urlaub vom Trauma“ wurde szenenmäßig bestens durch vorbeirauschende oder quietschend haltende Züge begleitet.

Die Telefon-Zone, das Schild „WC hinter der Bühne“, die Bikini-Zone und die Chill-Zone wiesen den Weg rechts und links an der Bar vorbei. Auf der stand nicht nur Alkoholträchtiges, sondern auch noch das Rettungsschiff der Deutschen Seenotrettung.

„Wissen Sie, wohin es geht?“, kam die Frage von Herrn Sch. und Herrn T. im feinen Zwirn. Fast wähnte man sich als Zuhörer im Überraschungspaket eines Last-Minute-Angebots.

Dessen Reiseziel ging tatsächlich in die Richtung „wir schauen der Wahrheit ins Gesicht“. Dass diese grasgrün sein kann, war dem Duo Mateng Pollkläsener und Hans König eigentlich als warnende Beipackung hinsichtlich eines unverständlichen und ewigen Mittelmaßes von Neuro-Tansmittern ziemlich schiet-egal.

Der Griff ins dicke Glas der Essiggurken beruhigte das sich öffnende Zeitfenster zwischen Gefühlen, persönlichen Gesprächen und der verrinnenden Zeit an Kindheitserinnerungen. „Jetzt fühle ich was ganz tief im Innersten“, ging es weiter von der Gurke gen Telefonanbieter. „Das ist ja geil“ wurde diesbezüglich ein offensichtlich herrschendes Problem vom Publikum kommentiert.

Als „Gedanke geh weg“, entpuppte sich die Bar zum Klavier, an dem Hans König im schwarzen Zwirn die Tasten bewegte. Mateng Pollkläsener schlüpfte indes in ein dunkelrotes Strandgewand und zeigte männliche Naturbehaarung bei sommerlicher Bekleidung. Zwischen Rüschenbikini mit braunen Socken an den Füßen ging es um weitere wichtige Dinge des Lebens, bis der allgemeine Geduldsfaden riss. „Was ist denn jetzt mit meiner Gehaltserhöhung?“ – aber im allgemeinen Dilemma konnte auch da mit Marx und Engels nicht weitergeholfen werden.

Der angekündigte Urlaub vom Trauma entpuppte sich zwischen Stinktüte, den vom Herrn verordneten zwei Socken, Barfußlatschen am Strand und einer Fleischwurst aus der Kühltruhe zu einem allgemeinen Rezept des Überlebens.

Das wurde im vehementen Anschluss mit dem „Tag ohne Bedeutung“ und dem Scheißhaufen vor der Tür zu einer wahrlichen Zugabe von Theater du Pain und seinen hinreißenden Interpreten Hans König und Mateng Pollkläsener noch einmal aufgelebt.

„Jetzt alle“ hieß es zur Zugabe, und tatsächlich gaben die Zuhörer im Gleis 1 ihr möglichst Bestes. · ak

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