Seckenhauser ärgern sich über Discobus-Passagiere / Polizei will sich „sehen lassen“

„Großes Geschäft“ an der Wand

Sonja Wildauer ist sauer: Ein Unbekannter, vermutlich Fahrgast eines Disco-Busses, hat sein „großes Geschäft“ auf ihrer Terrasse hinterlassen.

Stuhr - SECKENHAUSEN (pe) An einen ungestörten Schlaf können Anwohner der Hauptstraße in der Nacht zum Sonntag nicht denken: Regelmäßig fühlen sie sich durch Jugendliche gestört, die mit einem Discobus am späten Abend losfahren und am frühen Morgen zurückkehren. „Das geht schon seit einem Jahr so“, beschweren sich die Nachbarn der Haltestelle.

Lärm herrsche schon, wenn die jungen Fahrgäste abends auf den Bus warten. Viele seien dann angetrunken, klagt Sonja Wildauer, Anliegerin an der Hauptstraße in Seckenhausen. Noch schlimmer werde es gegen 4 Uhr, wenn der Bus zurückkehrt. Dann würden die überwiegend jungen Fahrgäste laut grölen. Auch einen Briefkasten hätten sie schon zerstört. Regelmäßig müssen die Anrainer der Hauptstraße sonntags mühsam Glasscherben aus dem Pflaster entfernen, weil die jungen Leute Flaschen zerdeppern. Und kürzlich habe einer der Buspassagiere nach dem Aussteigen sein „großes Geschäft“ an einer frisch verputzten Hauswand verrichtet.

Einen traurigen Höhepunkt erlebten die Wildauers am vorigen Wochenende: Mehrere Jugendliche hätten sich Zugang zu der verschlossenen Terrasse verschafft. Einer habe dort abermals seine Notdurft verrichtet und dabei mehrere Farbeimer umgestoßen. „Wir hatten große Angst, dass etwas gestohlen oder beschädigt würde“, so Sonja Wildauer. Mit lauten Rufen habe man die ungebetenen Gäste schließlich vertreiben können. Einer der Jugendlichen habe sein Handy im Garten verloren. Dies liege samt einer Anzeige wegen Hausfriedensbruches bei der Polizei. Johann-Dieter Oldenburg, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes bei der Polizei in Weyhe, kündigt an, dass sich die Beamten künftig in Seckenhausen sehen lassen wollen, wenn der Discobus eintrifft oder abfährt. Er appellierte an die Einwohner, die Beamten zu verständigen, wenn es Probleme gibt. Möglicherweise könnten sich auch die ehrenamtlichen Nachtwanderer um die Fahrgäste kümmern.

Unklar blieb gestern, in wessen Auftrag der sonntägliche Discobus eigentlich unterwegs ist. Andrea Beu, Verkehrsplanerin beim Verkehrsverbund Bremen Niedersachsen (VBN), betonte, dass es sich nicht um eine offizielle Nachtlinie handele. Die würden über Brinkum, aber nicht über Seckenhausen fahren. Auch der Gemeindeverwaltung und der Polizei ist nichts über die Linie bekannt. Möglicherweise sei der Bus im Auftrag einer Discothek in der Region unterwegs. Betreiber von infrage kommenden Discos waren gestern nicht zu erreichen. VBN-Planerin Beu betonte, dass sich die meisten Fahrgäste auf den regulären Nachschwärmer-Linien gut benähmen. Zuweilen würden sich angetrunkene Fahrgäste übergeben. In solchen Fällen notierten die Fahrer die Personalien. Später erwartet die Betrunkenen eine Rechnung wegen der Reinigung. In drastischen Fällen könne ein Fahrer einen Passagier von der Beförderung ausschließen – sprich aus dem Bus werfen. So etwas komme aber nur in Ausnahmefällen vor. Die Fahrgäste freuten sich , nachts gut und sicher nach Hause zu kommen, sagt Andrea Beu.

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