Heimatvereine Martfeld und Schwarme: „Stein hat Erinnerungsfunktion“

Ein Grenzstein für die Freundschaft

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Hartmut Bösche, Anton Bartling und Robert Söffker (von links) stehen um den Grenzstein, der zwischen Martfeld und Schwarme einen Platz finden soll.

Martfeld - Ein Grenzstein soll die alte Feindschaft beenden: Der Heimatverein Martfeld und der Heimat- und Kulturverein Eule aus Schwarme erinnern zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag an den alten Grenzverlauf zwischen den Dörfern.

Die Mitglieder stellen dafür einen reproduzierten Grenzstein auf. „Wir wollen damit aber auf keinen Fall wieder eine Grenze zwischen den beiden Dörfern schaffen“, sagt Anton Bartling vom Heimatverein und schüttelt mit dem Kopf. „Der Stein hat Erinnerungsfunktion. Alles andere wäre völlig absurd.“

Die Gemeindegrenze zwischen Martfeld und Schwarme ist heute nur noch auf der Karte zu erkennen, spielte aber über viele Jahrhunderte für die Bewohner der Gemeinde eine wichtige Rolle. Auch heute wird mit einem kleinen Augenzwinkern an alte Zeiten erinnert. „Der neue Grenzstein soll aber eher für ein friedliches Miteinander stehen, statt das alte Territorium wieder abzustecken“, sagt Anton Bartling, vom Heimatverein Martfeld. Hartmut Bösche, ebenfalls Mitglied, spukt die Idee schon seit vielen Jahren im Kopf herum. „Ein bisschen verrückt ist es schon“, sagt er mit einem Augenzwinkern in Richtung Bartling. „Aber man braucht immer zwei dazu.“

Steinmetz Robert Söffker arbeitet seit rund vier Wochen an der Nummer 25. Insgesamt waren es 33 Steine, die den Grenzverlauf zwischen Martfeld und Schwarme kennzeichneten. Acht davon sind erhalten, auch das Original des reproduzierten Steins. Er stand einst in Varste und diente Robert Söffker nun als Modell. Die eine Seite ziert der Celler Löwe, weil die welfische Regierung in Celle die ehemalige Grafschaft in Hoya regierte. Die andere Seite zierten zwei Schlüssel, die das Erzbistum Bremen symbolisierten, zu dem Schwarme gehörte.

„Ich verwende Obernkirchener Sandstein. Das hat eine sehr gute Qualität, ganz anderes als die Steine von damals“, sagt er. Mit dem Material wird auch am Kölner Dom gearbeitet. „Die Nummer 25 ist der besterhaltene von allen, man erkennt ganz deutlich den detailreichen Löwen auf der einen und die zwei Schlüssel auf der anderen Seite.“ Die Einzelheiten seien für ihn eine besondere Herausforderung gewesen, sagt der Steinmetz. Ganz fertig sei der Stein noch nicht, einigen Ecken fehle noch der Feinschliff.

Als die Steine im Jahr 1679 ihre Bedeutung verloren, weil Schwarme der Grafschaft Hoya angeschlossen wurde, beachtete sie niemand mehr, und sie gerieten in Vergessenheit.

Der Grenzstein Nummer 25 soll wieder seinen früheren Platz an der Straße erhalten und damit an die alte, längst weggefallenen Staatsgrenze erinnern. Der Löwe schaut dabei nach Schwarme, die Schlüssel zeigen nach Martfeld. Das war immer so, weiß der Experte: „Man muss sich das so vorstellen: Der Graf hat sich mit dem Rücken an den Grenzstein gesetzt und in sein Land geschaut“, sagt Hartmut Bösche.

Steinmetz Robert Söffker wird aber vermutlich keinen zweiten Grenzstein bauen. „Es wird bei einem bleiben“, sagt Anton Bartling und lacht. „Wir wollen die Grenze zu Martfeld ja nicht wieder aufstellen.“ at

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