Forstwirt Josef Teupe: „Seltener Seeadler jagt zwischen Ahausen und Dreye“

Greifvogel sucht sich Weyher Landeplätze

Einen Seeadler (r.) und einen Rotmilan (l.o.), hat kürzlich Josef Teupe in der Nähe des Dreyer Hafens beobachtet.
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Einen Seeadler (r.) und einen Rotmilan (l.o.), hat kürzlich Josef Teupe in der Nähe des Dreyer Hafens beobachtet.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Wer derzeit in Dreye, Sudweyhe und Ahausen in den Himmel schaut, kann mit etwas Glück einen See adler entdecken. Dieser Greifvogel zieht seine Runden über der Weser und landet auf Weyher Gebiet, hat Forstwirt Josef Teupe beobachtet.

Ein Seeadler visiert eine Krähe an. ·

Ihm ist in der vergangenen Woche ein seltenes Foto gelungen, das einen Seeadler zusammen mit einem Rotmilan zeigt. Zum Schutz des Tieres, das Pate für den Bundesadler stand, sollten die zuständigen Behörden den Greif zur Kenntnis nehmen, wünscht sich Teupe. Im Mai 2010 hatte Josef Teupe erstmals einen See adler über Weyhe und Achim kreisen sehen. Aber erst jetzt gelang ihm ein Foto mit einem Bezugspunkt, nämlich einem Turm am Weyher Hafen. Wer den Seeadler schützen möchte, sollte den Standort des Horstes nicht verraten, sagt der ehrenamtliche Seeadler-Beauftragte der staatlichen Vogelschutzwarte Niedersachsens, Peter Görke aus Winsen, auf Anfrage. „Es sei wichtig, ungebetene Gäste zu vermeiden.“ Ein Revier des Seeadlers erstrecke sich auf rund 100 Quadratkilometer. Die Vogelschutzwarte hat im vergangenen Jahr 23 Brutpaare verzeichnet, die 31 Junge zur Welt gebracht haben. Zum Vergleich: 1996 gab es gerade mal drei Paare im Land. Für Görke sei entscheidend, dass es „einen zweiten Vogel“ gibt. Erst mit einem so genannten Verlobungspaar wird aus einem Jagdrevier ein Brutrevier.

Für den Forstwirt Teupe ist es schon „sensationell“, das sich der Greifvogel zwischen Ahausen und Dreye auf Futtersuche begibt. „Das ist ein Anzeichen, dass es hier Futter gibt und dass das Ökosystem in Weyhe in Ordnung ist“. Das Tier habe auch knüppeldicke Äste aus einem Baum gebrochen, hat Teupe beobachtet. Der Naturbeobachter sagt weiterhin, dass das Revier des Weyher Greifvogels Eißel, Horstedt, Ahausen, Sudweyhe, Dreye und das Weserwehr in Bremen einschließt. „Am Freitag habe ich in der Nähe der Schleusenanlage in Hastedt sogar drei Seeadler gesehen“, sagt Teupe.

Seine Fotos liegen der Gemeindeverwaltung vor. Steffen Nadrowski, Fachbereichsleiter Bau, Planung und Umwelt der Gemeinde Weyhe, ist skeptisch. Er sagt, dass der zwischen Weyhe und Achim gesichtete und fotografierte Vogel „mit großer Wahrscheinlichkeit ein Bussard“ sei. „Bereits die Sichtung 2010 hatte sich als Irrtum herausgestellt, wie seinerzeit Experten des Naturschutzbundes Verden festgestellt hatten.“ Auch dem Naturschutzbund (Nabu) Weyhe sei das Vorkommen von Seeadlern in Weyhe und der Umgebung nicht bekannt, sagt Nadrowski.

Harald Gerken aus Achim, Vorsitzender des Vereins Wanderfalkenschutzes in Norddeutschland, kommt zu einem anderen Ergebnis: „Der Vogel auf den Teupe-Bilder ist ein Seeadler. Da gibt es keinen Zweifel.“ Gerken habe sich mit weiteren Vogelkundlern ausgetauscht, auch sie hätten an der Weser zwischen Achim, Weyhe und Bremen das Wappentier mehrfach gesehen. Allerdings hätten Vogelkundler noch keinen Horst ausgemacht, sagt der Vogel-Experte. Das hätte er mitbekommen. Der Leester KGS-Ehemalige und Biologe Dr. Andreas Barkow, Leiter der Naturschutzstation Niederrhein, hat die Teupe-Fotos geprüft. Barkow kommt zum gleichen Ergebnis wie Gerken: „Großartig. Glückwunsch! Das ist in der Tat ein Seeadler.“ Es sei ein erwachsenes Tier, mindestens vier Jahre alt und fortpflanzungsfähig. Fehlt noch ein Geschlechtspartner.“

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