Experte gibt Tipps gegen das Vergessen

Gregor Staub bleibt im Gedächtnis

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„Das Wichtigste ist, positiv zu sein“, sagt Gedächtnistrainer Gregor Staub. ·

Br.-Vilsen - Von Philipp SchockenhoffFür Schlüssel-Vergesser und Zweimal-Nachseher, für Handy-Verlierer und Wagen-Sucher, für Noch-mal-Frager und für alle anderen, die sich ein besseres Gedächtnis wünschen, hatte Gregor Staub in Bruchhausen-Vilsen viele Tipps. Im Schulforum erklärte er dem Publikum sein Gedächtnistraining-Programm „Mega Memory“.

Bevor er am Montagabend vor vielen Interessierten sprach, hatte Staub seine Methode am Morgen den Schülern und am Nachmittag dem Kollegium der Oberschule gezeigt. Freudestrahlend erzählte er, wie sich die Kinder plötzlich über Mathe und Rechnen gefreut hätten. Einige Schüler begleiteten ihre Eltern sogar am Abend noch einmal – offensichtlich konnten sie nicht genug kriegen.

Gregor Staub ist es gewohnt, auf der Bühne zu sprechen. Trotzdem scheint er nach wie vor Freude daran zu haben: Er scherzte am Montag immer wieder und erzählte Geschichten. Während seines Vortrags ließ er die Zuschauer miteinander inter agieren. Mal ging es darum, sich eine Story zu erzählen, um sie im Kopf zu festigen; mal sollte sich jeder sechs Fremden vorstellen und sich ihre Namen bis zum Ende der Veranstaltung merken. Die Gäste im Forum machten mit, begeistert sogar, vielleicht, weil sie feststellten, dass die Methode funktioniert oder weil die herzliche Art des Schweizers so ansteckend war; vermutlich war beides der Grund.

Das Wichtigste, sagte Staub, sei es, positiv zu sein. Er sagt nicht „Falsch“ und berichtigt dann, sondern gibt dem Gegenüber immer die Möglichkeit, selbst auf die Lösung zu kommen. „Dann hat man ein gutes Gefühl, dann hat man etwas gelernt, dann funktioniert es. Positive Gefühle sind das Wichtigste, wenn man etwas lernen will.“

Staubs Taktik erinnert an eine neue Dimension von Eselsbrücken. Die geistige Verknüpfung mit Körperstellen, Bildelementen im Raum oder die Assoziation des Lernstoffs mit Zahlen könnten helfen, Dinge innerhalb weniger Minuten zu lernen. Jeder Mensch müsse sich beim Lernen mindestens fünf Chancen geben, bei nur einer Wiederholung könne sich das Gelernte nicht festigen.

Mathe-Lehrer freuen sich laut Staub über seine Methode. Denn wenn man Kindern zeige, wie einfach Mathe sein könne und wenn auch schlechtere Schüler mal Erfolgserlebnisse hätten, dann machten sie auch begeistert im Unterricht mit.

Wer Gregor Staub gehört hat, ist tatsächlich davon überzeugt, dass es eine Schulreform geben und sein Gedächtnistraining-Programm auf dem Lehrplan stehen sollte. Das will auch Staub bis zu seinem 90. Geburtstag geschafft haben, für den er schon heute 20 Plätze mit Namenstischkärtchen in einem Restaurant reserviert hat, obwohl er erst 59 Jahre alt ist. Gregor Staub ist eben ein Mann, der nichts vergisst. Das gilt auch für seinen Humor: Der Referent erklärte dem Publikum am Ende seines Vortrags, wie man sich Witze merkt – und erzählte nebenbei noch fröhlich kichernd seine Lieblingswitze.

Es wäre nicht verwunderlich, wenn sich nach diesem Abend einige Besucher auf der Straße grüßen würden, die sich vorher nicht kannten, nun aber immer noch den Namen des anderen im Gedächtnis haben.

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