Konzept für Präsentation des Gessler Schatzes: Projekt für 2,5 Millionen Euro

„Goldene“ Abenteuerreise in die Welt der Bronzezeit

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Schon legendär: Die Replik des Gessler Goldschatzes.

Syke - Von Anke Seidel. Eine „goldene“ Abenteuerreise in die Welt der Bronzezeit soll es werden – direkt zum Gessler Goldhort: Für die Präsentation des historischen Fundes und seiner Geschichte hat der Münsteraner Archäologe Herwig Kenzler ein detailliertes Konzept entworfen.

 

Er favorisiert dafür einen zweigeschossigen, insgesamt 420 Quadratmeter großen Bau am Kreismuseum in Syke. Die Kosten insgesamt: 2,5 Millionen Euro.

Über einen verglasten Gang sollen die Besucher – begleitet von den typisch schabenden und kratzenden Geräuschen der Archäologie – vom jetzigen Museumsgebäude in den Neubau gelangen. Dort will Kenzler ein Fenster in die Bronzezeit öffnen und „mit separaten Räumen“ Raum schaffen für eine spannende museale Abenteuerreise. Dem Gessler Goldhort ist dabei ein ganz besonderer Raum gewidmet. Der gesamte, aus 117 Objekten bestehende Schatz soll den Besuchern dort vor Augen geführt werden – in seiner Gesamtheit als Replik, aber auch mit originalen Einzelobjekten: Als Dauerleihgabe des Landes sollen sie in zwei oder drei Einzelvitrinen zu bewundern sein.

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat dafür bereits Zustimmung signalisiert, geht aus einem Sachstandbericht des Landkreises hervor. Demnach stellt das Ministerium in Aussicht, dass zur Eröffnung des Neubaus in Syke der gesamte Schatz präsentiert werden kann.

Doch in dem neuen Syker Museumstrakt sollen die Besucher weit mehr erleben als nur die Faszination Gold: Das Konzept will ihnen genauso die Kultur und die Lebensweise der Menschen in der Bronzezeit vermitteln – den Alltag in ihrer Region vor 3 300 Jahren.

Fast dreieinhalbtausend Jahre ruhte der Goldschatz im Boden von Gessel – bis die systematischen Grabungen beim Bau der NEL (Nordeuropäische Erdgasleitung) einen der bedeutendsten prähistorischen Funde Europas ans Tageslicht brachten. Deshalb sind die Pipeline und die Pipeline-Grabungen ebenso Teil des musealen Konzeptes wie ausgewählte archäologische Funde entlang der Trasse. Ein weiterer Themenschwerpunkt: Die wissenschaftliche Untersuchung des Goldfundes. So hatten Wissenschaftler den Ursprung des Goldes bis nach Zentralasien zurückverfolgen können.

Nicht nur mit Exponaten, sondern auch mit Dokumentationsfilmen und 3 D-Visualisierungen sowie akustischen Impulsen soll Historie in Syke spannend erlebbar werden.

„Mit diesem Konzept soll nicht nur für Besucher unterschiedlichen Alters eine attraktive Dauerausstellung geschaffen werden, sondern auch das Nutzungsspektrum des Museums mit einem Ausbau der museumspädagogischen Programme und Bildungsangebote erweitert werden“, argumentiert Herwig Kenzler. „Die Besucher sollen die Ausstellung als Entdecker erleben, indem sie auf Überraschendes treffen, sich ihnen immer wieder neue Sichtachsen bieten, ihre Neugierde geweckt wird...“ Ganz handfest sollen sie Historie erleben können, denn im Untergeschoss des Neubaus ist ein „Forscherlabor“ für museumspädagogische Aktionen vorgesehen, ebenso ein Raum für Workshops, Vorträge und Veranstaltungen.

Sein Konzept stellte Herwig Kenzler gestern Abend im Betriebsausschuss des Kreismuseums zum ersten mal öffentlich vor. Über die Beratungen berichten wir gesondert.

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