Polizei ermittelt drei Verdächtige

Gold im Wert von 200.000 Euro weg! Falsche Polizisten in Stuhr unterwegs

Nachdem falsche Polizisten in Stuhr bei Bremen mit einer Betrügermasche fünf Kilogramm Gold im Wert von 200.000 Euro erbeuteten, ist die Polizei nun auf drei Verdächtige gestoßen.

  • Im Fall um einen Betrug in Stuhr bei Bremen, bei dem sich drei falsche Polizisten mit dem Gold eines Rentners bereicherten, gibt es nun drei Verdächtige.
  • Die Polizei warnt vor Betrügern am Telefon, oft sind alte Menschen das Ziel.
  • Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) in Hannover steigen derartige Betrugsfälle in Niedersachsen.

Stuhr - Nachdem Betrüger fünf Kilo Gold in Stuhr bei Bremen erbeuteten, sind Ermittler der Polizei auf drei Verdächtige gestoßen. Das gab die zuständige Staatsanwaltschaft Verden am Mittwoch bekannt. Die Ermittlungen liefen weiter, weitere Einzelheiten könnten nicht mitgeteilt werden.

Bei dem drei Monate alten Fall hatten die Kriminellen auf eine Betrugsmasche gesetzt und gaben sich als Polizisten aus. Sie riefen im November vergangenen Jahres bei einem 85-jährigen Mann in Stuhr (Kreis Diepholz) an und banden ihm einen Bären auf: Seine Mithilfe sei bei der Überführung eines diebischen Bankangestellten gefragt.

Dreister Betrug: Falsche Polizisten erbeuteten fünf Kilo Gold in Stuhr bei Bremen.

Der damaligen Polizeimitteilung zufolge bestellte der Mann fünf Kilogramm Gold bei seiner Bank im Wert von mehr als 200.000 Euro. Als das Gold eingetroffen war, holte der Rentner es ab. Wie die falschen Polizisten ihn instruiert hatten, deponierte er das Gold in einer Tasche vor der Haustür. Zur Sicherheit sollten er und seine Frau sich im hinteren Teil des Hauses aufhalten - so die Anweisung. Als das alte Ehepaar später nachschaute, war das Gold spurlos verschwunden.

Polizei warnt vor Betrügern: Richtige Polizei bittet nicht um Geld oder Gold

Die Polizei warnt immer wieder vor Betrügern, die sich fälschlich als Polizisten ausgeben. Die richtige Polizei werde nie um die Übergabe von Geld oder Wertsachen bitten. Ungewöhnlich an dem Stuhrer Fall ist die hohe Schadensumme. Nach Behördenangaben werden in vielen Fällen auch die Banken aufmerksam, wenn ihre Kunden im Seniorenalter ungewöhnlich viel Geld abheben. Dies helfe bei den Ermittlungen.

Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) in Hannover versuchen immer mehr Kriminelle in Niedersachsen, als falsche Polizeibeamte Senioren das Geld aus der Tasche zu locken. Die Zahl der Taten stieg von 236 im Jahr 2015 auf 7731 im Jahr 2019. Von den 7731 wurden nur 95 vollendet, die Schadenssumme belief sich auf knapp 3,3 Millionen Euro.

Falsche Polizisten: Immer mehr Betrugsfälle in Niedersachsen

Für 2020 rechnet das LKA mit einem weiteren Anstieg. Einen ähnlichen Fall wie in Stuhr bei Bremen gab es auch in Hannover, wo sich gleich zwei Betrügerbanden vor dem Landgericht verantworten mussten.

Als sogenannter Abholer einer kriminellen Bande hat ein Heranwachsender aus Syke bei drei Senioren zigtausende Euro Bargeld und etwa 7,5 Kilo Gold abkassiert. Er war 2019 in drei Fällen als Abholer das letzte Glied einer kriminellen Bande, die aus der Nähe von Istanbul agiert und Seniorinnen und Senioren in Deutschland immense Werte an Bargeld, Gold und Wertpapieren auf betrügerische Weise unter Einsatz falscher Polizisten abluchst.

Wie die Kreiszeitung schon oft berichtete, wird den Senioren von Anrufern, die sich als Polizisten ausgeben, vorgegaukelt, dass ihr Vermögen durch Verbrecher in Gefahr sei und sie es aus Sicherheitsgründen der vermeintlichen Polizei übergeben sollten. Ein Polizist werde die Wertsachen abholen. Leider fallen immer wieder ältere Menschen auf diese Masche herein.

Rubriklistenbild: © Armin Weigel

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