Ingrid Göcke und Ottomar Biderke kümmern sich um vernachlässigte Tiere

Gnadenhof für „Sozialfälle“

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Frech, fast übermütig demonstriert der Pony-Hengst „Balou“ dem Tierarzt Ottomar Biderke, wie wohl er sich trotz seiner Behinderung auf dem Gnadenhof Göcke fühlt. ·

Erichshof - Nur wer genau hinschaut, bemerkt, dass „Balou“ auf dem rechten Hinterbein lahmt. Aber der kleine Pony-Hengst überspielt dieses Handicap und zeigt jedem Besucher, wie fit er ist. Er springt übermütig durch den Garten, schlägt Haken und keilt aus. Vielleicht demonstriert „Balou“ auf diese Weise, wie wohl er sich auf dem Gnadenhof an der Erichshofer Straße fühlt. Das Tier hat bei Ingrid Göcke und Ottomar Biderke auf seine alten Tage noch ein schönes Zuhause gefunden.

Seine Behinderung am Hinterbein wurde dem temperamentvollen Pony als Fohlen während eines Transports auf einem Pferdeanhänger zugefügt: Andere Pferde trampelten auf dem kleinen Kerl herum.

Bevor „Balou“ nach Erichshof kam, hatte er sein Dasein in einer Herde auf einem Hof in der Wesermarsch gefristet. Dem Besitzer, der die Tiere dort untergestellt hatte, war das Geld ausgegangen. Daher wurden sie vernachlässigt, bekamen kein Futter und standen nach Aussage von Ingrid Göcke „knietief in Matsch und Wasser“. Nachdem die Tiere auf dem Gnadenhof Göcke eine neue Bleibe gefunden hatten, haben sie sich erholt. Hufrehe und Arthrose ließen sich durch gute Pflege und geeignetes Futter lindern.

Gegenwärtig leben auf dem Gnadenhof Göcke fünf Ponys, sieben Katzen und zehn Hunde, die alle ein schweres Schicksal hinter sich haben. Sie wurden entweder schlecht oder gar nicht versorgt. Einige Katzen und Hunde sind „Sozialfälle“, ihre Herrchen oder Frauchen konnten die Futterkosten nicht mehr aufbringen. Andere Tiere wurden Göcke übergeben, weil ihre Besitzer alt oder krank wurden und sie nicht mehr pflegen konnten.

Stundenlang kann Ingrid Göcke von ihren Tieren erzählen. Viele Vögel, Hunde, Katzen und sogar der Schafbock „Moritz“ hatten und haben bei ihr vollen Familienanschluss. Jedes Tier erhält seine Streicheleinheiten, sein Futter und tierärztliche Betreuung. Gerade letztere ist wichtig, weil viele der vernachlässigten Tiere krank sind – mitunter sogar unheilbar krank, so dass sie eingeschläfert werden müssen. „Aber bei uns hatten sie wenigstens noch einige schöne Wochen“, tröstet sich Göcke.

Das eigene Grundstück an der Erichshofer Straße ist für die vielen Tiere nicht groß genug. Zu ihrer großen Freude darf Göcke rückwärtige Bereiche der Nachbargrundstücke benutzen. Überall stehen stabile, innen verkleidete Blockhäuser, in denen Pferde sowie Stroh- und Heuvorräte untergebracht sind.

Futter und Pflege kosten viel Geld, wenngleich Göcke Reste von der „Tafel“ und von Bäcker Brüne-Meyer erhält. Tatkräftig unterstützt wird sie von Ottomar Biderke, einem Tierarzt mit einem ebenfalls riesengroßen Herz für Tiere. Beide bedauern, dass sie auch aus gesundheitlichen Gründen keine weiteren Tiere aufnehmen können. „Wir erhalten immer wieder Anrufe, und es fällt uns schwer, ,nein‘ zu sagen“, erklären sie. In derartigen Fällen versuchen sie, die Tiere weiterzuvermitteln. Über Unterstützung in Form von geeignetem Futter oder Geldspenden würden sich Göcke und Biderke freuen. Denn das haben sie sich fest vorgenommen: „Die Tiere, die hier bei uns leben, die sollen es auch gut haben.“

Interessierte können sich nach Absprache den Gnadenhof anschauen, Geldspenden können sie auf das Konto des „Gnadenhofs Göcke“, Sparkasse Bremen, Konto-Nummer 108 805 08, Bankleitzahl 290 501 01, einzahlen. · bt

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