Sieben Modelleisenbahner verwirklichen sich in einer Halle am Bassumer Bahnhof einen Traum

Gleisanlage der Superlative

Trotz des Durcheinanders von Schienen, Unterkonstruktionen und Brücken arbeiten Jens Waltje, Jens Diedrich, Rolf Werner und Wolfram Boberski (v.l.) nach einem Plan.

Bassum - BASSUM (bt) · Unweit des Bassumer Bahnhofes steht eine schmucke gelb gestrichene Halle. „Interessengemeinschaft Bassumer Modellbahn“ steht auf einem Schild neben der Tür. In dieser 300 Quadratmeter großen Halle befindet sich das Reich von sieben Modelleisenbahnern.

Dieses sind Jens Diedrich (Nordwohlde), Rolf Werner (Hoya), Peter Schulz (Barrien), Jens Waltje (Sottrum), Wolfram Boberski (Weyhe), Claus Ohnesorge (Dörverden) und Sigi Sobierajski (Weyhe). Sie verwirklichen sich hier einen Traum. Auf einer Tischfläche von etwa 170 Quadratmetern entsteht eine Modelleisenbahnanlage, die unter keinen Weihnachtsbaum mehr passt.

Getrennt durch zwei Gänge und verbunden durch eine Frontplatte, stehen hier drei lange Tische nebeneinander. Die Gestaltung des ersten Tisches vermittelt schon einen Eindruck davon, wie die gesamte Anlage einmal aussehen könnte.

Gleichzeitig bekommt der Besucher hier auch eine Ahnung davon, wie viel Arbeit noch zu erledigen ist. Die sieben „Eisenbahnbekloppten“, wie sie sich selbst bezeichnen, möchten die Anlage natürlich so schnell wie möglich fertig stellen, machen sich aber keinen Termindruck.

Sorgfältig, fast akribisch, arbeitet jeder an seinem Teilstück. Jeder hat eine Aufgabe, für bestimmte Arbeiten gibt es Experten.

Peter Schulz, im Hauptberuf Elektroniker, ist der „Strippenzieher“, zwei Tischler sind zuständig für die Unterkonstruktionen, Jens Waltje arbeitet mit viel Hingabe an der Landschaftsgestaltung. Tipps für die naturnahe Gestaltung erteilt Gärtner Jens Diedrich.

Keiner von ihnen ist „Eisenbahner“. Vielleicht ist das auch ganz gut so, damit sie ihre romantischen Vorstellungen besser in dieser Modellanlage konservieren können. Aber jeder von ihnen hatte zu Hause eine Modelleisenbahn, allerdings reichte dort der Platz nicht aus, um die vielen Ideen zu verwirklichen.

Auf Modellbahnschauen lernten sie sich kennen und stellten fest, dass sie einen gemeinsamen Traum hatten, der nur gemeinsam realisiert werden kann.

Nachdem sie durch Vermittlung des Bassumer Wirtschaftsförderers am Bahnhof das passende Gebäude gefunden hatten, begann die Planung. Zunächst entstand ein „Generalplan“, der anschließend in kleinere Einheiten gegliedert und auf einen 1:1-Maßstab reduziert wurde. Ihre „Paradestrecke“ wird der Bahnabschnitt zwischen dem Bahnhof Bassum und dem Abzweig jenseits der Weser nach Sagehorn werden.

Um den Bassumer Bahnhof mit den Verladestraßen und der Umgebung originalgetreu nachbilden zu können, studierten sie im Stadtarchiv alte Pläne. Das Bahnhofsgebäude steht schon, die Gleise der Abzweigung nach Sulingen sind verlegt.

Sogar die Fototapete, die dieses Teilstück abtrennt, zeigt eine Ansicht der Bassumer Bahnhofstraße aus den 60er Jahren. Diese Epoche wollen sie auch mit dem „rollenden Material“, der Bekleidung der Figuren und der Straßengestaltung darstellen.

Die Planung der beiden weiteren Längsplatten ist auch bereits abgeschlossen: Auf dem mittleren Schenkel entsteht der Bahnhof Lüneburg, der rechte Schenkel wird einen Industriekomplex darstellen, der in die originalgetreue Nachbildung des Columbusbahnhofes in Bremerhaven übergeht. Die Dampfer, die an der Kaje festmachen, sind bereits vorhanden, darunter auch ein Nachbau der mächtigen „Bremen“.

Das Verlegen der Gleise ist relativ schnell erledigt, aber damit diese auch befahren werden können, müssen die Leitungen verlegt, die Signale, Lampen und Weichen angeschlossen werden. Damit gleichzeitig bis zu 20 Züge fahren können, wird die Anlage digital gesteuert. Züge, die nicht im Einsatz sind, werden in so genannten „Schattenbahnhöfen“ geparkt, die in einer unteren Etage der Anlage verlegt sind. An den Endpunkten der Schenkel verschwinden die Züge in einem Tunnel, fahren in Wendeschleifen und kommen am gegenüber liegenden Teil wieder aus einem Tunnel heraus.

Im Juli 2007 begannen sie mit dem Unterbau. Seitdem werkeln sie an jedem Donnerstag ab 19 Uhr und an jedem Sonnabend ab 17 Uhr daran. Natürlich kann jeder „Zusatzschichten“ einlegen. Wenn die Anlage irgendwann fertig ist, werden sie mehr als 4000 Meter Schienen verlegt haben.

Inzwischen kommen immer häufiger Besucher, um sich die Anlage anzuschauen. Daher werden die sieben Modellbahnbauer demnächst Interessierte zu einem Tag der offenen Tür einladen, um danach in Ruhe an dem mamutprojekt weiter arbeiten zu können.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte

Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte

Blitzer im Landkreis Diepholz: Dies sind die aktuellen Standorte
Waldgebiet des Jahres 2022: Auszeichnung für Erdmannwälder bei Bassum

Waldgebiet des Jahres 2022: Auszeichnung für Erdmannwälder bei Bassum

Waldgebiet des Jahres 2022: Auszeichnung für Erdmannwälder bei Bassum
300 Meter langer Damm für Bassum

300 Meter langer Damm für Bassum

300 Meter langer Damm für Bassum
Weitere Impfteams im Kreis Diepholz kurz vor dem Start

Weitere Impfteams im Kreis Diepholz kurz vor dem Start

Weitere Impfteams im Kreis Diepholz kurz vor dem Start

Kommentare