Bringt Tagespflege-Zuschuss neuen Aufschwung? / „Es müssten mehr Kräfte gefunden werden“

„Es gibt auch Nachtmütter“

Landkreis - (sdl) · Ein kräftiger Zuschuss erleichtert den Eltern die Wahl: Nicht 45, sondern sogar 55 % der Kosten für eine Tagespflegekraft bekommen Mütter und Väter erstattet. „Ein Meilenstein in der Kinderbetreuung“, bewerten die zuständigen Mitarbeiterinnen im Fachdienst Jugend die neue Regelung (wir berichteten). Sehen die Tagesmütter und ihre Vertretung das genauso?

„Wir haben diesen Meilenstein schon vor elf Jahren in Diepholz als Antrag eingebracht“, erklärte Helge Bredemeyer aus Diepholz gestern auf Anfrage dieser Zeitung. Sie beschäftigt sich seit 1991 intensiv mit dem Thema Tagesmütter, ist im Arbeitskreis Tagespflege in Diep holz (insgesamt drei Mitarbeiterinnen) für die Vernetzung nach außen und für die Fortbildungskurse zuständig. Die Diepholzerin hat seinerzeit den ersten Tagespflege-Qualifizierungskurs im Landkreis organisiert, zurzeit arbeitet sie am zehnten. „Das Wunsch- und Wahlrecht für Eltern ist in Diep holz schon seit 2007 Praxis“, blickt sie auf die Zuschüsse der Stadt zu den Tagesbetreuungskosten, die auf diese Weise dem Entgelt für Kindergarten oder Krippe entsprechen.

Die finanziellen Zuwendungen sind das eine – die Abrechnungen mit Eltern und Tagesmüttern das andere: „Sie machen ein bisschen Mühe“, so die Erfahrung von Helge Bredemeyer, „weil fast keine Woche der anderen gleicht.“ Andererseits sei natürlich die unterschiedliche Betreuungszeit, die Flexibilität, der Vorteil für die Eltern.

Bringt die neue landkreisweite Zuschuss-Regelung den Tagesmüttern jetzt den großen Boom?

„Die Nachfrage ist insgesamt größer geworden“, so die Diepholzerin. Das liege an den verschiedenen Programmen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Es müssten erst einmal mehr Tagesmütter gefunden werden“, beschreibt die Arbeitskreis-Mitarbeiterin eine wichtige Voraussetzung. „Die ich kenne, sind alle ausgebucht.“ Wobei die Tagesmütter im Vergleich zu Kindergärten in steigendem Maße „die Randfälle“, also die jenseits der klassischen Öffnungszeiten, bekommen würden: „Es gibt nicht nur Tages-, sondern auch Nachtmütter.“

Natürlich würden sich auch immer wieder pädagogisch denkende Eltern bewusst für die individuelle Betreuung bei der Tagesmutter entscheiden. Und in der Regel würden alle Kinder unter einem Jahr bei einer Tagesmutter betreut.

„Aber auch für die Krippe gibt es gute Gründe“, sagt Helge Bredemeyer. Die Betreuung dort sei sinnvoll, wenn ein Geschwisterkind bereits den benachbarten Kindergarten besuche – oder wenn Eltern ohne Fahrmöglichkeit sich für eine Krippe mit Abholservice entscheiden, wie ihn die Lebenshilfe in Diepholz anbiete.

Grundsätzlich wünscht sich die Diepholzerin eine bessere Bezahlung für die Tagespflegekräfte: „Es wäre wünschenswert, sie so zu bezahlen, dass ihnen auch die Betreuung von weniger Kindern den gewünschten finanziellen Erfolg bringt.“

Und noch einen Punkt möchte die Vertreterin der Tagesmütter verändert wissen: „Das Essensgeld in Höhe von 1,80 Euro, das den Eltern vom Zuschuss abgezogen wird, landet nicht bei den Tagesmüttern. Das haben wir schon immer beklagt.“

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