Infos von Bürgermeister und Wirtschaftsförderer beim Dämmerschoppen der ISU

Gewerbegebiete spüren Parkplatznot an Autobahnen

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Mit Schildern wie diesen will die Gemeinde verhindern, dass „Brummi“-Fahrer ihre Ruhezeiten von Autobahnparkplätzen ins Gewerbegebiet Groß Mackenstedt verlagern. ·

Stuhr - „Als ich 2005 meinen Dienst als stellvertretender Bürgermeister in Stuhr angetreten habe, hat mir der damalige Bürgermeister Cord Bockhop bei einer Rundfahrt durch die Gemeinde gesagt, hier würde bald eine Straßenbahn fahren“, erzählte Bürgermeister Niels Thomsen am Montag beim Dämmerschoppen der Interessengemeinschaft Stuhrer Unternehmen (ISU) im Gasthaus Nobel. „Heute schreiben wir das Jahr 2013, aber eine Straßenbahn fährt immer noch nicht.“

Heute wisse Bremen allerdings schon, welches Planfeststellungsverfahren zum Erfolg führen würde. Dies habe man bis vor kurzem nicht gewusst. Bis zur Umsetzung des Vorhabens, an dem die Gemeinde Stuhr interessiert sei, werde aber noch einige Zeit ins Land ziehen. Vor 2018 sei damit nicht zu rechnen. Die Straßenbahn sei eine Alternative zum Individualverkehr, erklärte Thomsen, denn ohne Auto gehe in der Flächengemeinde Stuhr nichts. Die beiden Triebwagen, die die BSAG vorsorglich für den Anschluss Stuhrs angeschafft hatte, würden jetzt erst einmal auf dem Bremer Schienennetz fahren. Dafür müsse die Gemeinde nichts bezahlen. Sollte es dann soweit sein, werde die Buslinie 55 vom Roland-Center nach Brinkum, die von der Gemeinde finanziell unterstützt werde, eingestellt.

Zum Thema „Kommunaler Breitbandausbau“ erklärte Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier, dass inzwischen ein großer Teil der Gewerbeunternehmen versorgt sei. Es gebe allerdings noch Gebiete ohne Anschluss wie Seckenhausen und Stuhrbaum. Die Netze der EWE seien dort zwar vorhanden, doch es gebe Betreiber, die sich aus Kostengründen scheuten, die Netze zu nutzen.

Einen breiten Raum nahm die Diskussion über die Parkplatzsituation in den Gewerbegebieten Groß Mackenstedt und Brinkum-Nord ein. Als Problem nannten Thomsen und Wimmelmeier die Parkplatznot an den Autobahnen. Lkw-Fahrer würden nach Ende der zulässigen Fahrzeit die Autobahn verlassen und nahegelegene Gewerbegebiete aufsuchen, um dort ihre Ruhezeiten einzuhalten. In Groß Mackenstedt habe die Gemeinde schon Halteverbotszonen eingerichtet, die auch kontrolliert würden.

Wimmelmeier erklärte, dass es problematisch sei, die Fahrer nach Überschreiten der zulässigen Fahrzeiten wieder auf die Piste zu schicken. Der Bund plane in naher Zukunft fünf neue Parkplätze an den Autobahnen in der Region. Das reiche zwar „bei weitem nicht aus, aber fünf Parkplätze sind besser als keiner“.

Laut Thomsen sind nach „Briseck“ keine größeren Baugebiete mehr geplant. Im vergangenen Jahr habe die Gemeinde nur eine kleine Fläche in Fahrenhorst ausgewiesen, 2013 sei ebenfalls ein kleines Gebiet geplant. Die Gemeinde sei aber in der Pflicht, zuzugswilligen Familien Grundstücke anzubieten. Die Grundstückspreise seien in der letzten Zeit dermaßen explodiert, dass sich viele ein Baugrundstück gar nicht mehr leisten könnten, erläuterte Thomsen. · bos

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