Namensgeber ist am Sonntag Thema bei Oratorium in der St.-Ansgar-Kirche

Gestatten: Ansgar – „Apostel des Nordens“

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B. Scheffel

Bassum - BASSUM · Wer war Ansgar von Bremen? Dutzende Kirchen und Einrichtungen in Europa tragen seinen Namen. Den Namens- und Todestag des Heiligen Ansgar am kommenden Sonntag, 3. Februar, nutzt die katholische Kirchengemeinde in Bassum, um ihren Namensgeber vorzustellen. Wo? In der St.-Ansgar-Kirche – ist doch klar.

Kantor Johannes Schäfer nennt es „eine glückliche Fügung“, dass es zu diesem bemerkenswerten Zusammentreffen von Ort, Zeit und Thema kommt. Der Zusammenarbeit der beiden Künstlerinnen Regine Correns und Adelheid Geck sei es zu verdanken, dass vor zwei Jahren ein Oratorium entstanden sei, das „in vielerlei Hinsicht bemerkenswert ist“, so Schäfer.

Außergewöhnlich dürfte zunächst das Thema sein: Ansgar, der wegen seiner Verdienste um die Ausbreitung des Christentums in Schweden, Dänemark und Schleswig vielfach als „Apostel des Nordens“ bezeichnet wird, trieb im neunten Jahrhundert die Christianisierung in unserer Region und im Norden Europas voran und weihte als Erzbischof auch das Stift Stift Bassum.

Und noch weitere Elemente machen das Werk ungewöhnlich. So arbeiten die Künstler auch althochdeutsche Dichtung oder Melodien, die in ihrer Tonfolge an das frühe Mittelalter erinnern, ein. „Zudem greift die Komponistin Adelheid Geck auf bekannte Kirchenlieder zurück“, erklärt Schäfer. „So wird der Bogen zu unserem Hier und Jetzt geschlagen.“

Besonders sind auch die formale Anlage und die Besetzung: In einem Prolog und sechs Szenen zeigt die Autorin Regine Correns die wichtigen Lebensstationen Ansgars auf. Sie belegen sein Gottvertrauen ebenso wie seine Zweifel. Eine Erzählerin (Anna Niem) und zwei Rezitatoren (Ralf Borowsky und Alfons Hallen) übernehmen die Lebensschilderung, die jeweils passende Lyrik und wundervolle Landschaftsbeschreibungen.

Sogar der Heilige selbst kommt in einer anspruchsvollen Tenorpartie zu Wort, vorgetragen vom Bremer Solisten Bernhard Scheffel. Der Ansgar-Projektchor vertieft singend oder sprechend die jeweilige Grundstimmung, indem er begleitet, kommentiert, dramatisiert. Eine Trommel entführt in die heidnische, ein Flötenterzett plus Orgel mit Ulrike Rohwold, Ursula Bederke, Heike Hartjens und Johannes Schäfer in die christliche Ideenwelt.

Die vielfältigen Einblicke in das Leben von Sankt Ansgar werden am Sonntag, 3. Februar, ab 19 Uhr in der Bassumer katholischen St.-Ansgar-Kirche gewährt. „Für viele“, ist sich Johannes Schäfer sicher, „eine gute Gelegenheit zur Bereicherung des Wissens und Vertiefung des Glaubens. · fj

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