Finissage des Holzbildhauersymposiums / Resultat: Hirsch, Amtmann und Totem

Geschichte, Natur und Kunst miteinander vereinen

Reinhard Osianders Hirsch-Skulptur wird heute an ihren Bestimmungsort umgesetzt – an den Eingangsbereich des Kunstwegs „Wald-Weg-Zeichen“ im Friedeholz. ·

Syke - Drei Wochen lang sägten, hobelten, schnitzten, schabten, kratzten und malten die drei Holzbildhauer Detlef Fritz Voges, Reinhard Osiander und Emmanuel Eni auf der Skulpturenwiese vor dem Syker Vorwerk an ihren Plastiken. Am Sonntag feierten sie gemeinsam mit zahlreichen Besuchern ihre Finissage.

Kreismuseumsdirektor Dr. Ralf Vogeding begrüßte die Gäste auf der Wiese und erinnerte an den Beschluss einer mit Nicole Giese, Fritz Vehring und Rainer Ehlers besetzten Jury, mit Unterstützung durch den Landschaftsverband Weser-Hunte von den Künstlern drei weitere Holzplastiken schaffen zu lassen.

Die Besucher hatten sich die hölzernen Kunstwerke schon lange vor der Feierstunde angeschaut. Sie hatten sich mit ihnen vertraut gemacht, über Stil und Sujet diskutiert, die Arbeiten mit Händen berührt, sogar am Holz geschnuppert und ihre Zustimmung geäußert.

Zwei der Plastiken hätten schon ihren endgültigen Platz bekommen, erklärte Vogeding: Der Amtmann von Detlef Voges, der von seinem jetzigen Standort augenzwinkernd auf seine ehemalige Residenz blicken kann, und die Stele, die ihre afrikanischen Wurzeln nicht verleugnen kann und will. Das so genannte Totem wirkt durch seine Farbe und Symbolik einerseits erdverbunden. Andererseits aber kratzt es mit seinen Antennen am Himmel.

Der Hirsch von Reinhard Osiander wird heute ins Friedeholz gebracht und  nahe des Naturerlebnispfads seinen endgültigen Standort finden. Mit diesen neuen Skulpturen sei man dem Ziel, Geschichte, Natur und Kunst im Vorwerk und im Garten zu vereinen, einen Schritt näher gekommen, erklärte Vogeding.

Kuratorin Nicole Giese dankte den Künstlern für die intensive Zeit, die man gemeinsam verbracht habe. Schon während der Arbeiten hätten sie und viele Besucher den Künstlern über die Schulter geschaut. Auch das sei kennzeichnend für ein Symposium.

Diesen Hinweis nahm Detlef Fritz Voges gern auf. Er dankte den Mitarbeitern des Vorwerks für die tägliche Unterstützung und den Nachbarn, die nicht nur viel Verständnis für den von ihnen verursachten Lärm, sondern auch großes Interesse am Fortgang der Arbeiten gezeigt hätten. Vielleicht hätten sie als Kunstschaffende sogar die Nachbarskinder, die ebenfalls häufig zu Besuch kamen, zum eigenen künstlerischen Tun angeregt. „Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihr Kind sich zu Weihnachten eine Kettensäge wünscht.“

Für die drei Künstler seien die unterschiedliche Herangehensweisen an die Aufgabe und das gemeinsame Arbeiten besonders wertvoll gewesen. Dabei habe man sich kennen und schätzen gelernt, so Voges.

Den offiziellen Teil des Symposiums beendete die musikalisch-poetische Performance „Blackman in European Kitchen“ von und mit Emmanuel Eni. · bt

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