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Gepard grundsätzlich genehmigt

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Darf grundsätzlich privat gehalten werden: Ein Gepard. Ebenso übrigens auch Löwen, Tiger, Bären, die meisten Affenarten, Krokodile und Giftschlangen.

Syke - HEILIGENFELDE (mwa) · Ein ausgebüxter Gepard? Ein wild lebender Luchs? Ein Dachs? Oder vielleicht doch nur ein großer Hund? Was für ein Tier hat vor anderthalb Wochen seine Spuren im Garten von Familie Köhler in Heiligenfelde hinterlassen?

Je weniger Fakten greifbar sind, desto mehr blühen die Spekulationen. Aufklärung erhoffen sich sowohl Familie Köhler als auch Heiko Glovcewski, der Halter des in Clues lebenden Geparden. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein Haarbüschel, das die Polizei bei Köhlers gefunden hat (wir berichteten).

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Allein: Noch gibt es keine Resultate. Geparden-Halter Glovcewski hat dem Veterinäramt vorgeschlagen, das sichergestellte Haarbüschel auf eigene Kosten im Berliner Institut für Zoo- und Wildtierforschung untersuchen zu lassen. Er geht davon aus, dass die Spezialisten in Berlin bessere Möglichkeiten hätten als das Veterinäramt in Diepholz, zweifelsfrei herauszufinden, vom welchem Tier diese Haare stammen.

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Denn das sei es genau, worum es ihm gehe. Glovcewski ist sich absolut sicher: Von seinem  Geparden-Weibchen stammen diese Haare nicht. „Sie ist tagsüber in einem mehrfach gesicherten Gehege, nachts in einem verschlossenen, gemauerten Raum. Die ist noch nie außerhalb des Geheges gewesen.“ Und auf unseren Internet-Seiten beteuert er: „Ich versichere auch auf diesem Wege noch einmal ausdrücklich, dass es völlig ausgeschlossen ist, dass mein Tier sich jemals außerhalb seines Geheges aufgehalten hat.“

Ist es überhaupt erlaubt, als Privatperson eine Raubkatze zu halten?

Der Gesetzgeber sagt: grundsätzlich ja. Die Details sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt.

In Niedersachsen genehmigt der zuständige Landkreis die nichtgewerbliche Haltung von Raubkatzen, Wölfen und Bären.

Der Gesetzgeber sagt weiter: „Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn durch die Tierhaltung im Einzelfall die öffentliche  Sicherheit nicht gefährdet wird.“

„Ist zu erteilen…“ – Das heißt: Ist die  Sicherheit nicht gefährdet, besteht sogar ein Rechts anspruch darauf, diese Tiere halten zu dürfen.

Die Behörde müsste also beweisen, dass die Sicherheit gefährdet wäre. „Das überprüfen wir anhand der Sicherheitsregeln für die Haltung von Wildtieren von 1991“, erläutert Amtstierärztin Anja Eisenack. Dort ist für jede Tierart geregelt, wie hoch die Zäune sein müssen und wie das Gehege sonst noch beschaffen sein muss.

„In Clues ist das ein echter Hochsicherheitstrakt“, sagt Anja Eisenack. „Der ist ausbruchsicher. Und übrigens auch einbruchsicher.“

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